Erste Betrugsfälle in Japan nach Kreditdaten-Diebstahl in den USA

4. Juli 2005, 10:41
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Großbank UFJ berichtete über geschädigte Kunden

Nach der möglichen Entwendung der Daten von Millionen Kreditkartennutzern in den USA sind die ersten Betrugsfälle außerhalb der Vereinigten Staaten bekannt geworden. In Japan meldete die Kreditkartentochter der viertgrößten japanische Geschäftsbank UFJ Holdings am Montag, dass einige ihrer Kunden Opfer des Sicherheitslecks bei einer Abrechnungsfirma von MasterCard International wurden.

"Wir bestätigen, dass illegale Transaktionen ausgeführt wurden"

"Wir bestätigen, dass illegale Transaktionen ausgeführt wurden", teilte UFJ Card Co. in Tokio mit. Angaben über das Ausmaß des Schadens und die Zahl der betroffenen Kunden machte das Unternehmen zunächst nicht. Ein Sprecher sagte auf Anfrage lediglich, den Betroffenen würden die illegalen Belastungen ihrer Konten nicht in Rechnung gestellt.

Die Mitteilung von UFJ Card war die erste in Japan über einen konkreten Missbrauch und Schaden. Andere mit MasterCard zusammenarbeitende japanische Kreditkartenherausgeber wie Nippon Shinpan, DC Card, OMC Card, UC Card and NICOS Card schlossen lediglich nicht aus, dass auch ihre Kunden betroffen sein könnten.

Ein "nicht berechtigtes Individuum"

MasterCard hatte am Freitag mitgeteilt, dass ein "nicht berechtigtes Individuum" über eine Lücke im Sicherheitssystem der in Arizona ansässigen Abrechnungsfirma CardSystems Solutions Zugang zu den sensiblen Daten verschafft hatte. Betroffen können demnach rund 40 Millionen Kunden sein. Der Fall ist damit der bisher größte einer ganzen Serie von Diebstählen vertraulicher Kundendaten in der US-Wirtschaft. Anfang des Monats musste die Großbank Citigroup einräumen, dass sie Computerbänder verloren hatte, auf denen Bankdaten von 3,9 Millionen Kunden gespeichert waren.(APA)

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