Internationale Kommission bestätigte Walfangverbot

14. Juni 2006, 11:35
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Japan scheiterte mit Vorlage zum Ende des Moratoriums - Verbündete erschienen nicht rechtzeitig zur Abstimmung

Ulsan - Die Jagd auf Wale bleibt verboten: Die Internationale Walfangkommission hat am Dienstag auf ihrer Jahrestagung in Südkorea die Verlängerung des seit 1986 geltenden Moratoriums für den kommerziellen Walfang beschlossen. Von den 66 Mitgliedern stimmten 29 gegen den japanischen Vorschlag, den Walfang wieder aufzunehmen. 23 stimmten dafür, fünf enthielten sich. Für eine Aufhebung des Walfangverbots ist eine Drei-Viertel-Mehrheit erforderlich.

Japan und andere Befürworter des Walfangs wussten, dass praktisch keine Chance für eine Aufhebung des Verbots bestand. Sie hatten jedoch gehofft, für einen japanischen Vorschlag zur Unterstützung des begrenzten kommerziellen Fangs eine einfache Mehrheit zu gewinnen. Das hätte einen Meinungsumschwung in der Kommission zu Gunsten der Anhänger des Walfangs bedeutet.

Kommission lehnt japanische Vorschläge

Die 66 Mitglieder der Kommission lehnten am Montag die japanischen Vorschläge mit knapper Mehrheit ab, die Ausweitung der Schutzgebiete von der Tagesordnung zu streichen und zu geheimen Abstimmen überzugehen. Der Erfolg der Gegner des Walfangs wurde auch damit begründet, dass Delegierte der Länder, die Japan und Norwegen unterstützen könnten, nicht pünktlich zur Abstimmung in Ulsan erschienen.

Die Delegierten zogen sich am Dienstag zu einer Sitzung hinter verschlossenen Türen zurück. Kritiker bezeichneten diesen Schritt als eine Verzögerungstaktik, um Zeit bis zum Eintreffen weiterer Delegierter zu gewinnen. Die brasilianische Teilnehmerin verließ die Sitzung und beschwerte sich über lange Ansprachen von Kollegen aus Ländern, die den Walfang unterstützten. Sie werde sich nicht zum Sklaven der Rhetorik für ein unklares Ziel machen lassen, sagte Maria Teresa Mesquita Pessoa.

Die Internationale Walfangkommission verbot 1986 den kommerziellen Walfang. In Norwegen gibt es dennoch eine Walfangsaison. Japan erlegt die Meeressäuger offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken, das Fleisch wird jedoch verkauft. In der kommenden Saison will Japan im Antarktischen Ozean mehr als doppelt so viele Zwergwale wie bisher jagen: 935 statt 440. Auch 50 Buckel- und 50 Finnwale sollen erstmals wieder zu wissenschaftlichen Zwecken erlegt werden. (APA/AP)

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