Westliche Konsulate wieder geöffnet

27. Juli 2005, 15:05
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Nach Terroralarm sei die Gefahr "vorerst" gebannt - Sicherheitsproblem soll untersucht werden

Lagos - Nach einer Terror-Drohung in der vergangenen Woche haben die USA, Großbritannien und Deutschland am Montag ihre diplomatischen Vertretungen in der nigerianischen Metropole Lagos wieder geöffnet.

Gefahr "zunächst" gebannt

Das US-Konsulat war am Freitag aus Sicherheitsgründen geschlossen worden, nachdem Geheimdienstinformation auf die Gefahr eines Anschlags durch Extremisten hingedeutet hatten. Die britischen und deutschen Vertretungen waren dem Beispiel der USA gefolgt, da sie in unmittelbarer Nähe des US-Konsulats liegen. Durch die Schließung sei die Gefahr zunächst gebannt worden, sagte ein Diplomat am Montag. Es sei jedoch möglich, dass das Gebäude erneut geschlossen werden müsse.

Untersuchungen begonnen

Das nigerianische Außenministerium bestätigte, dass die Polizei Untersuchungen zu einem mutmaßlichen Sicherheitsproblem begonnen habe, das sowohl Nigeria als auch die USA betreffe. Details wurden nicht bekannt. Das US-Außenministerium hatte zuletzt vor Reisen nach Nigeria gewarnt, da Kontakte von Nigerianern zu Osama bin Ladens Extremistenorganisation Al-Kaida seit 2004 bekannt seien. "Wir glauben, dass die Al-Kaida noch kein aktives Netzwerk in Nigeria hat, in dem auch ausgebildet und rekrutiert wird. Dennoch hat das Land offene Grenzen, über die Leute kommen und gehen können, wie sie wollen", sagte ein Diplomat.

Bin Laden hatte den weltweit achtgrößten Erdölexporteur Nigeria vor zwei Jahren einen Kandidaten für eine "Befreiung" genannt. Das westafrikanische Land, dessen 140 Millionen Einwohner etwa zur Hälfte Moslems und zur anderen Hälfte Christen sind, hat eine lange Geschichte gewaltsamer, religiös-motivierter Auseinandersetzungen. (Reuters)

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