Mit dem Strom speziell verbunden

17. September 2007, 12:22
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Der Hafenbetreiber hat von der Donau gelernt

Krems – Er sei ein „Privilegierter“, sagt Hubert Mierka über sich. Wasser habe ihn schon immer fasziniert, mit Wasser sei er aufgewachsen, und jetzt dürfe er vom Wasser leben – und das gar nicht schlecht, wie Wirtschaftsexperten meinen. Hubert Mierka (59) betreibt den „Mierka Donauhafen Krems“, er gilt als einer der Fitten in der Branche. Den Hafen hat er von seinem Vater „geerbt“, modernisiert und zu einem der modernsten Schiffscontainer-Terminals Europas ausgebaut.

Wenn er beschreiben muss, wie er zur Donau und zu seinem Hafen steht, wird Mierka lyrisch: „Der Fluss ist ein Transportband, er bringt Menschen aus der ganzen Welt zu uns, wir kommunizieren über das Wasser, und der Hafen bietet uns Schutz.“ Mierka meint, der Austausch zwischen Ost und West sei einst, vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, noch reger gewesen: „Die Donau war ja lange die einzige Verbindung über die Grenzen.“ Heute gibt es viele Verbindungen, die Grenzen fallen nach und nach, und der Warenverkehr in Europa wird immer stärker. Mierka plädiert folgerichtig dafür, wieder mehr auf dem Wasser zu vekehren: „Das ist ökologischer und bringt nachhaltig Wohlstand.“

Das Wasser, sagt er, habe ihn viel gelehrt. Geduldig zu sein, aber ausdauernd, in ruhigem Fluss und mit klarer Richtung, aber offen für Neues – auch neue, andere Kulturen: „Ich war schon mit russischen Donauschiffern befreundet, da hat man hierzulande noch Angst vor den Kommunisten gehabt. Dabei waren das lauter liebe, gemütliche Leute.“

Diese Einstellung begünstigte wohl auch den Fluss der Geschäfte im Donauhafen Krems. Mierka ist überzeugt: „Man muss zuhören können und auf einander zugehen. Da haben wir Österreicher aber eh eine gute Tradition.“ (stui, DER STANDARD, 21. Juni 2005)

Von Menschen, die am, vom, auf dem Wasser leben – und wie das Nass ihr Sein beeinflusst
  • Hubert Mierka, Besitzer und Betreiber des „Mierka Donauhafen Krems“, liebt den Fluss als kommunikative Ader
    foto: kargl

    Hubert Mierka, Besitzer und Betreiber des „Mierka Donauhafen Krems“, liebt den Fluss als kommunikative Ader

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