Am Schreien kann er sie erkennen

17. September 2007, 12:22
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Der Zoologe in den slowakischen Auen

Malacky – Alexander Kürthys Arbeitstag beginnt mit Schreien. Er endet mit Schreien. Und wenn er frei hat, sucht Kürthy – Schreie. Der 39jährige Veterinärmediziner aus der Slowakei ist Spezialist für alle Tierstimmen, die in den Marchauen an der Grenze zu Österreich vorkommen. Kürthys Leidenschaft ist die Tierbeobachtung, und sein Glück ist, „dass ich das auch beruflich machen darf“. Kürthy arbeitet seit 1992 als Zoologe für das slowakische „Amt für Landschaftsschutz“ im Naturschutzgebiet Záhorie, der größten, mit Kiefernwald bedeckten Sanddüne Mitteleuropas zwischen im Osten Kleinen Karpaten und March- Thaya-Auen im Westen.

Kürthy erkennt den Sperlingskauz genauso an seinem Schrei wie die Lachmöwe. Er kann alle Fledermaus-Arten aufgrund der Tonsignale, die sie ausstoßen, erkennen. Gemeinsam mit den Kollegen vom WWF auf der österreichischen Seite und den Naturschützern in Tschechien unternimmt Kürthy die jährliche Winter-Synchronzählung der Au-Tiere, am ersten grenzüberschreitenden Naturkunde- Buch über die „Vögel der March-Thaya-Auen“ hat er ebenfalls mitgeschrieben.

„Ich wollte nie in einem Raum arbeiten, immer nur in der Natur“, sagt er. Schon als Schulkind in Bratislava habe er zum reinen Vergnügen Vögel beobachtet. Kürthy arbeitet dafür, dass alle diese Möglichkeit haben. Auch auf slowakischer Seite stehen jetzt Beobachtungstürme mit fixen Fernrohren für die Naturpark- Besucher. Kürthys Motto: „Von den Tieren kann man am meisten lernen.“ (stui, DER STANDARD, 21. Juni 2005)

Von Menschen, die am, vom, auf dem Wasser leben – und wie das Nass ihr Sein beeinflusst
  • Alexander Kürthy arbeitet für das slowakische „Amt für Landschaftsschutz“ in Záhorie. Sein Beruf und seine Berufung ist die Beobachtung der Tiere im Au-Gebiet.
    foto: stui

    Alexander Kürthy arbeitet für das slowakische „Amt für Landschaftsschutz“ in Záhorie. Sein Beruf und seine Berufung ist die Beobachtung der Tiere im Au-Gebiet.

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