Handballer um ein Tor an EM vorbei

3. Juli 2005, 20:24
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Österreich nach bitterer 24:31-Niederlage in der Slowakei knapp an erstmaliger Teilnahme gescheitert

Kosice - Der EM-Traum des österreichischen Handball-Nationalteams der Männer ist geplatzt. Die erstmalige Teilnahme an einer EM-Endrunde wurde um ein einziges Tor verpasst. Vor 1.500 fanatischen Zuschauern in Kosice unterlagen die ÖHB-Männer der Slowakei im Rückspiel des Qualifikations-Playoffs in einem an Spannung kaum zu überbietenden Match mit 24:31 (12:16). Nach dem 25:19 im Hinspiel vor einer Woche in Hard zog die Mannschaft des deutschen Trainers Rainer Osmann mit dem Gesamt-Score von 49:50 den Kürzeren.

Die erste Männer-EM mit Österreich und der erste Auftritt bei einer Endrunde seit der A-WM 1993 in Schweden lag bis eine Viertelstunde vor Schluss in Griffweite. Die Osmann-Truppe lieferte den Gastgebern über weite Strecken einen großartigen Kampf, scheiterte aber letztlich an der mangelnden Chancenauswertung in den entscheidenden Phasen.

Das von Kapitän David Szlezak, der nach Nasenbeinbruch und Operation mit einer speziell angefertigten Gesichtsmaske durchspielte, angeführte Team ging zunächst mit 3:2 in Führung. Die von den Fans nach vorne gepeitschten Gastgeber übernahmen aber mit Fortdauer des Spiels das Kommando und bauten die erstmalige Führung bei 6:5 bis zur Pause auf 16:12 aus.

Zehn Minuten brachten Vorentscheidung

Nach dem Seitenwechsel wogte das Spiel hin und her. Szlezak und Deutschland-Legionär Viktor Szilagyi, der mit neun Toren zum österreichischen Top-Werfer avancierte, hielten ihre Mannschaft im Spiel. In der 40. Minute lagen die Gäste lediglich mit einem Tor im Rückstand (18:19) und voll auf EM-Kurs. Ein zehn Minuten dauernder, völliger Einbruch der Österreicher brachte die Slowaken aber vorentscheidend in Front. Beim Stand von 19:26 nach 45 Minuten war Österreich erstmals virtuell out, zehn Minuten vor Schluss führten die Gastgeber 29:19.

Aufbauend auf einer guten Deckung und einem herausragenden Torhüter Marinovic, der nach der Pause für Einser-Goalie Huemer kam, kämpfte sich das Osmann-Team bis drei Minuten vor Schluss aber noch einmal auf 24:30 heran. Nach einem weiteren Gegentreffer hatte Österreich nun noch einen Angriff und 1:10 Minuten Zeit um das eine notwendige Tor doch noch zu erzielen. Aber trotz eines für Marinovic eingewechselten siebenten Feldspielers glückte das nicht. Szilagyi scheiterte in beinahe aussichtsloser Position und unter starker Bedrängnis mit der Schluss-Sirene.

Nach dem Abpfiff mussten ÖHB-Generalsekretär Martin Hausleitner und die rund 50 mitgereisten österreichischen Fans noch eine halbe Stunde auf der Tribüne ausharren, da sie die slowakische Polizei auf diese Weise vor einer Gruppe Hooligans beschützte. Bereits während des Spiels war es zu gewaltsamen Übergriffen gekommen. (APA)

Ergebnis vom Rückspiel im Handball-EM-Qualifikations-Playoff der Männer am Samstag:

  • Slowakei - Österreich 31:24 (16:12)
    Kosice, 1.500, SR Oie/Togstad (NOR).

    Tore für Österreich: Szilagyi 9, Szlezak 5/3, Schlinger 4, R. Weber, Kainmüller, M. Günther je 2
    Beste Werfer der Slowakei: Antl 8, Kukucka 5

    Hinspiel 19:25 - Slowakei mit dem Gesamt-Score von 50:49 für die EM 2006 in der Schweiz qualifiziert

    Weitere Quali-Resultate:

    Frankreich* - Israel 28:19
    Weißrussland - Island* 31:33 
    Ukraine* - Griechenland 22:21 
    Ungarn* - Mazedonien 36:25 
    Serbien-Montenegro* - Rumänien 35:25
    

    *für EM qualifiziert

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Österreichs Goalie Nikola Marinovic stellt sich dem durchgebrochenen Slowaken Peter Kukucka entgegen.

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