Der Stadt das Wasser reichen

5. Juli 2005, 20:15
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Hamburg beim Größerwerden in Richtung Elbe zuschauen

Wenn gleich zwei rote Lichter an den Fußgängerampeln daran erinnern, dass man jetzt die Straße nicht überqueren sollte, wagt man es vorerst nur zögernd, auf die Stadt Hamburg zuzugehen. Schafft man es aber, nicht von einem der Rad fahrenden Platzhirsche überfahren zu werden, lohnt sich das Losgehen in jede Richtung. Wie die Stadt selbst bewegt man sich zwangsläufig früher oder später in Richtung Hafen und Elbe.

Neben der ehrwürdigen Speicherstadt und dem bunten Baukasten-Mikrokosmos Containerhafen haben sich dort mittlerweile Spitzengastronomie wie das Restaurant "Elba" - geschmackvoll, kühle Mischung aus Sichtbeton und Matjestatar - und Villenviertel auf halbem Weg nach Blankenese an der Elbe eingefunden. Die Stadt und mit ihr der gehobene Mittelstand springt mit dem Projekt der Hafen City über die Elbe hinaus. Seit Anfang des Jahres entstehen dort 5500 neue Wohnungen, eine Konzerthalle, die man schon jetzt als künftiges Wahrzeichen handelt, und sinnigerweise eine Hochschule für Bauwesen. Bis 2020 sollen alle Projekte abgeschlossen sein, das Ergebnis der megalomanischen Bautätigkeit im Klartext: 40 Prozent mehr Innenstadt.

Von Helgoland ließ man sich den feinen Sand für die Beach-Clubs entlang der Elbe kommen, damit die Hamburger dort ein wenig sporteln, abhängen oder bei DJ-Club-Sound versanden können. Man verwöhnt die Bürger und Gäste Hamburgs, denn mit der Außenalster mitten in der Stadt hätte man eigentlich schon ein großzügiges Areal zum Joggen und Bootfahren gehabt, das - einmal abgesehen von den Mücken - durch seinen hohen Erholungswert besticht. Aber kommen wir nochmal zurück zur Ausgangsproblematik: Rotlicht.

St. Pauli und der Kiez haben mittlerweile so wenig mit dem "Milieu" zu tun wie der Hamburger Fischmarkt mit Frischfisch. Während der Fischmarkt vorwiegend Umschlagplatz für Tand aller Art und letzte Station für Nachtschwärmer geworden ist, bleibt in St. Pauli das Varieté bestehen; allerdings im Sinne eines abwechslungsreichen Unterhaltungsprogrammes vom Musical "Mamma Mia" bis zur hippen Disco "Funky Pussy Club". Auch das "Freudenhaus" ist nicht mehr als ein bistroähnliches Speiselokal, nicht einmal die Preise sind besonders sündig.

Hamburg hat sich schon wieder ganz auf die Ankunft des weltgrößten Passagierschiffes "Queen Mary 2" am 1. August eingestellt. Nicht nur das neue Trockendock, auch rund 400 Eskortschiffe und zehntausende Schaulustige warten bereits. (saum, Der Standard, Printausgabe 18./19.6.2005)

Die Stadt bietet dazu Übernachtungsspecials ab 47 € an.
Air Berlin fliegt ab 15 € pro Strecke und exkl. Kerosinzuschlag nach Hamburg.
Hamburg Tourism
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    Die alte Speicherstadt an der Elbe ist der weltgrößte Lagerhauskomplex und Wahrzeichen Hamburgs.

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