NÖ "zündelt" mit Gendersensibilität

8. Juli 2005, 13:53
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EU-Projekt "Gendersensible Regionalentwicklung" abgeschlossen - Arbeitskreis im Frauenreferat eingerichtet

St. Pölten - Gender Mainstreaming sei ein gutes Instrument, Projekte bereits im Entstehen auf Chancengleichheit der Geschlechter zu überprüfen. Das erklärte Landesrätin Johanna Mikl-Leitner (V) am Freitag bei einem Pressegespräch in St. Pölten anlässlich der Abschlussveranstaltung des EU-Projektes "Gendersensible Regionalentwicklung".

Geschlechtsspezifische Berufswahl

Mehr als zwei Jahre wurden niederösterreichweit Menschen in den Regionen für das Thema sensibilisiert, das alle gesellschaftlichen Bereichen - vor allem aber Arbeitsmarkt und Berufsleben - betrifft. Es gelte, traditionelle Rollenbilder aufzuweichen, waren sich Mikl-Leitner und Karl Fakler, stv. Geschäftsführer des AMS NÖ (Arbeitsmarktservice) einig. Konkrete Ansätze sind Initiativen für die "richtige" Berufswahl wie das Projekt "M.u.T." (Mädchen und Technik), erinnerte die Landesrätin daran, dass Mädchen trotz der Auswahlmöglichkeit unter 270 Lehrberufen zum überwiegenden Teil in nur drei, nämlich Friseur-, Einzelhandels- und Bürolehre - drängen.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Nach wie vor gebe es zu wenig Frauen in Führungspositionen, so Mikl-Leitner. Fördernde Maßnahmen zielen auf die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab - notwendig dazu sind neben entsprechenden Kinderbetreuungseinrichtungen flexible Arbeitszeitmodelle, wie sie auf Initiative von Landeshauptmann Erwin Pröll (V) für den Landesdienst ausgearbeitet werden.

Im Rahmen des Projektes wurden ein eigener Arbeitskreis und eine Geschäftsstelle beim Frauenreferat eingerichtet, in den Regionen etablierten sich Initiativen und Netzwerke. "Viele Feuer wurden gezündet, die Ideen und Projekte werden in Summe nachhaltig wirken", zeigte sich Anita Rainer, die die "gendersensible Regionalentwicklung" als Expertin betreut, überzeugt. So ist etwa auch der Sprung in die berufliche Selbstständigkeit geschlechtsspezifisch unterschiedlich - Frauen mangle es trotz guter Qualifikation häufig an Selbstvertrauen. Gendersensible Beratung soll helfen, die Hürden für Unternehmensgründerinnen abzubauen. (APA)

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