Das Handy als Helfer in der Hochwasser-Not

17. September 2007, 12:22
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Centrope wappnet sich gegen Katastrophen

Wien/St. Pölten/Znojmo/Bratislava – „Flutwelle in den Thaya- Zubringerflüssen!“, so lautet – zum Beispiel – das Katastrophenszenario. In Tschechien errichten Helfer hektisch Sandsackbarrieren entlang der Hochwasser führenden Gewässer, doch auch die niederösterreichischen Nachbarn müssten gewarnt werden . . .

„Ob das rechtzeitig gelingt, steht oder fällt mit einer Handynummernliste der wichtigsten Verbindungspersonen“, weiß Bernhard Schlichtinger, Feuerwehr- und Zivilschutzkoordinator des Landes Niederösterreich. Die Liste, so betont er stolz, gibt es bereits: Als erstes Resultat einer Katastrophenschutz- und Rettungsdienst- Kooperation St. Pöltens mit den angrenzenden Regionen Tschechiens und der Slowakei.

Ziel dieser Bemühungen, die etwa mit dem tschechischen Landkreis Südmähren schon ziemlich fortgeschritten sind, sei die Abhaltung einer großen, grenzüberschreitenden Katastrophenschutzübung. Angepeilter Zeitpunkt: Frühjahr oder Sommer 2006. Die Übung und die Vorbereitungen dazu, so Schlichtinger, verfolgten den Zweck, jene „spontanen“ grenzüberschreitenden Hilfsstrukturen zu optimieren, die sich während des Jahrhunderthochwassers 2002 gebildet hatten.

Aufgearbeitet wurde diese große Flut zum Beispiel im Rahmen des mit 1,4 Millionen Euro dotierten Projekts „Flood Risk“ des österreichischen Lebens- und Infrastrukturministeriums. Mit dem Ergebnis, dass etwa dem naturnahen Rückbau von Flüssen eine zentrale Rolle bei der Vermeidung von Hochwasserschäden zukommt.

So, wie es in Centrope zum Beispiel an March und Thaya geschieht, wo zu Beginn der 1990er-Jahre „ein langer Prozess der Renaturierung begonnen hat“, wie Johannes Wolf vom Distel-Verein schildert. Im Zusammenarbeit mit slowakischen Umweltschützern und Behörden – und finanziell unterstützt von der EU – wurden (und werden) dort etwa steinerne Uferbefestigungen durch Bepflanzungen ersetzt, brach liegende March-Altarme von Neuem überflutet – und somit Teile der Auen.

Wasser für den Fluss nahen „Urwald“ steht auch am mächtigsten Gewässer Zentraleuropas, der Donau, im Mittelpunkt der Kontroversen. Die Auen, so befürchtet der WWF, könnten austrocknen, wenn – wie derzeit zwischen Wien und Hainburg geplant – die Schiffahrtsrinne auf 2,70 Meter vertieft wird. (DER STANDARD, 21. Juni 2005)

Irene Brickner
  • Foto: Reuters/APAVor Hochwasser wie hier in Melk im Sommer 2002 sollen die Bewohner von Centrope künftig früher gewarnt werden: Garant
dafür ist eine neue, grenzüberschreitende Informationskette – in Form einer langen Handynummern-Liste.

    Foto: Reuters/APA

    Vor Hochwasser wie hier in Melk im Sommer 2002 sollen die Bewohner von Centrope künftig früher gewarnt werden: Garant dafür ist eine neue, grenzüberschreitende Informationskette – in Form einer langen Handynummern-Liste.

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