Grüne Mitte CENTROPE

17. September 2007, 12:22
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In einer Biosphärenregion wird modellhaft umgesetzt, wie der Mensch im Einklang mit der Natur leben kann, sie wirtschaftlich nutzen kann, ohne sie zu zerstören. Ziel ist eine nachhaltige grenzüberschreitende Entwicklung in der Europa Region Mitte auf Basis des Rohstoffes Natur zu stärken und konsequent zu verfolgen.

Nur außerordentlich schöne und substanzreiche Landschaften können Biosphärenregionen werden. CENTROPE mit seiner einzigartigen Natur gehört dazu. Die Auen entlang von Donau, March und Thaya als grüne Lungen der Region, die Ausläufer von Alpen und Karpaten sowie mit dem Neusiedler See der westlichste Steppensee Europas sind nur die auffälligsten Steine im Mosaik der oft unberührten Naturlandschaften in der Europa Region Mitte. Die unmittelbare Nähe von urbanen Zentren und attraktiven Natur-Erholungsräumen ist es auch, die CENTROPE zu einer Region von höchster Lebensqualität macht.

Eine Biosphären-Wachstumsregion entwickelt sich, wenn städtische Standorte und ländliche Gebiete funktional verflochten sind und sie in einem selbstlernenden Entwicklungskreislauf agieren. Eine lernende Region kombiniert daher die praktische Anwendung von Lernen und Entwicklung. Das bedeutet, dass die Aus- und Fortbildungs- sowie die Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen auf das Regionalentwicklungsziel "Biosphären-Wachstumsregion" ausgerichtet werden und die Bevölkerung damit qualifiziert ist, das Ziel aktiv zu unterstützen.

Die naturräumliche Qualität und Ausstattung der Biosphären-Wachstumsregion ist ein spezieller Standortfaktor, der nicht nur eine angenehme Lebensqualität in der Arbeitsumgebung bedeutet. Auch die Wirtschaftsstruktur, die in der Region entwickelten und hergestellten Produkte sowie die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen orientieren sich am Thema Biosphären-Wachstumsregion. Durch die Erschließung spezieller Kompetenzfelder der Biosphären- Wachstumsregion kann es gelingen, das wirtschaftliche Wachstum mit nachhaltigem Ressourcenverbrauch zum Nutzen der Region zu kombinieren und dadurch ein spezifisches Wettbewerbsmerkmal zu schaffen.

Qualitätssicherung bei der Entwicklung der Grünen Mitte

Die Entwicklung der Biosphären- Wachstumsregion erfolgt im Spannungsfeld der räumlichen Nähe zweier europäischer Hauptstädte und bedeutender naturräumlicher Potenziale. Dies heißt, besonderen Prinzipien zu folgen:

  • Investitionen in Verkehrsysteme und die Wirtschaftsstandortentwicklung sind mit den Zielen Freiraumsicherung, Grünraumvernetzung und Freihaltung der Grünen Mitte abzustimmen,
  • einheitliche ökologische Standards und Prinzipien sind bei der Raumentwicklung einzuhalten,
  • gemeinsame Maßnahmen für Bewusstseinsbildung hinsichtlich nachhaltiger Wohn- und Siedlungsformen sind notwendig,
  • und neue Baustoffe, neue Wohnformen und neue Siedlungsstrukturen werden entwickelt und eingesetzt.

Wachstum und Entwicklung werden gezielt in die gewachsenen Zentren außerhalb der Agglomerationen gelenkt, um die weitere Zersiedlung der Landschaft zu verhindern und die Umsetzung des Ordnungsprinzips der Grünen Mitte zu ermöglichen - hierbei kommt dem Stadt-Umland-Management eine bedeutende Rolle in der Zukunft zu. Das bedeutet nicht nur aktive Entwicklungspolitik in ausgewählten Städten und zentralen Orten, sondern vor allem eine maßvolle Siedlungs- und Entwicklungspolitik außerhalb der Einzugsbereiche der hochrangigen öffentlichen Verkehrsmittel.

Wie einige dieser Ziele in die Praxis umgesetzt werden, demonstriert unter anderem das Projekt FIRST (Feasibility of Interregional Services for Travelers), das die Entwicklung eines grenzüberschreitendes Reiseinformationssystems zwischen Wien, bzw. der VOR Region und Bratislava betreibt. Parallel dazu wird die Erweiterung eines solchen Dienstes in ganz CENTROPE konzipiert und vorbereitet. Das Pilot-Projekt FIRST wird mit August 2005 abgeschlossen sein und auf der 110 Jahresfeier der Bratislaver Verkehrsbetriebe, die vom 6.-8. September 2005 stattfinden, werden alle Ergebnisse der Implementierungs- und Testphase der grenzüberschreitenden Fahrplanauskunft präsentiert. (DER STANDARD, 21. Juni 2005)

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