Wer braucht schon Ronaldo?

11. Juli 2005, 15:06
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Robinho, Adriano und Ronaldinho lassen einen den Real-Star locker vergessen - Griechen-Coach Otto Rehhagel: "Müssen mehr bringen"

Leipzig - Fußball-Weltmeister Brasilien hat Europameister Griechenland am Donnerstag im Confederations Cup in Leipzig eine Lehrstunde erteilt. Brasiliens Teamchef Carlos Alberto Parreira klagte nach dem 3:0-Auftakterfolg gar über ein Luxusproblem: "Ich habe zumindest fünf Topstürmer, aber ich kann immer nur zwei spielen lassen." Adriano (41.) und Jungstar Robinho (46.) rechtfertigten jeweils mit Toren, aufgestellt geworden zu sein.

Während der Fußballer des Jahres, Ronaldinho, hinter den Spitzen etwas müde wirkte, zogen der athletische Adriano (23) und der leichtfüßige Robinho (21) im mit 42.506 Zuschauern ausverkauften Zentralstadion und vor durchschnittlich 6,6 Millionen deutschen Fernseh-Zuschauern (Topquote des Tages) eine Fußball-Show sondergleichen ab. "Für uns ist es hervorragend gelaufen", sagte FC-Santos-Stürmer Robinho, den die FIFA zum "Spieler des Spiels" wählte und der in seiner Heimat bereits mit Pele verglichen wird.

"Unglaublichen Bombe" von Adriano

Doch auch Adriano hatte bereits vor dem Turnier klar gemacht, seinen Platz bei der WM 2006 nicht für den mit Abwesenheit glänzenden Ronaldo freimachen zu wollen. Mit einer "unglaublichen Bombe" (Griechenland-Trainer Otto Rehhagel) hatte der von England Meister Chelsea erfolglos mit knapp 100 Millionen Euro umworbene Inter-Angreifer den fünffachen Weltmeister in Führung gebracht.

In weiterer Folge hatten Griechenlands EM-Helden klar das Nachsehen. "Verbeugung vor den Ballzauberern", titelte die Athener Zeitung "Eleftherotypia", nachdem der eingewechselte Juninho mit einem traumhaften Freistoßtor - für den französischen Meister Lyon traf er bereits 19 Mal bei ruhenden Bällen - den 3:0-Endstand fixiert hatte (81.). "Es war kein einfaches Spiel, aber wir haben es einfach gemacht", erklärte Ronaldinho, wie man die Griechen-Abwehr alt aussehen ließ.

Rehhagel enttäuscht

"Ich bin enttäuscht, wir müssen mehr bringen. Manche Dinge haben mir nicht gefallen", sagte deren Erfolgscoach Rehhagel, der bei der WM in Deutschland kommendes Jahr möglicherweise nur Zuseher ist. 347 Tage nach dem EM-Triumph erweckten die Griechen den Eindruck, als glauben sie nicht mehr an sich selbst.

"Wenn du nur halbherzig hingehst, hast du schon verloren", kritisierte der Deutsche die Zweikampfschwäche seines Teams, das nur zwei Mal auf das gegnerische Tor schoss. "Wir haben uns das anders vorgestellt. Auch die Japaner werden uns am Sonntag Schwierigkeiten bereiten." Die Brasilianer können mit einem Erfolg gegen Mexiko hingegen bereits die Semifinal-Teilnahme fixieren. "Wir können aber auch Brasilien schlagen", warnte der brasilianische Mexiko-Teamchef Jose Francisco Fonseca nach dem verdienten 2:1-Auftakterfolg gegen Japan seine Landsleute. (APA/dpa)

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    Robinho und Adriano, der Sturm um den Brasilien von der ganzen Welt beneidet wird.

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