Kleinanleger bereiten Prospekthaftungsklage vor

12. Juli 2005, 15:17
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Rasinger rechnet sich vier Jahre nach der Megapleite gute Chancen für die Kleinanleger aus

Wien - Zur Klage wegen fahrlässiger Krida gegen Ex-Libro-Chef Andre Rettberg, der nun seine Rückkehr angekündigt hat, wird vermutlich auch eine Klage wegen Prospekthaftung dazu kommen. Anlegerschützer Wilhelm Rasinger hat am Freitag eine entsprechende Klage angekündigt. Der Interessensverband werde diese unterstützen. Die Klagssumme werde nicht unter 100.000 Euro liegen. Nach oben sei aber alles offen, so Rasinger zur APA.

Zu klären sei dabei vor allem die Bewertung der deutschen Libro-Tochter und die Verwendung des Emissionserlöses nach dem Börsegang, so Rasinger. Man werde aber auf jeden Fall die zweite Teilprüfung des vom Wirtschaftsprüfer Martin Geyer im Auftrag des Gerichtes erstellten Gutachtens abwarten. Der Bericht sollte im Frühsommer vorliegen. Rasinger geht davon aus, dass er im Herbst fertig sein werde.

Im bereits vorliegenden ersten Teilbericht heißt es jedenfalls, dass die Bewertung der deutschen Libro-Tochter durch den Wirtschaftsprüfer KPMG mit 10 Mio. Euro nicht gerechtfertigt ausgefallen sei. Geyer bewertete diese Beteiligung mit Null.

Auch Wirtschaftsprüfer und Banken von Klage betroffen

Von einer Prospekthaftungsklage betroffen wären neben den ehemaligen Libro-Managern auch Wirtschaftsprüfer und Banken, die der Prospekthaftung unterliegen. Anlegerschützer Rasinger rechnet sich jedenfalls vier Jahre nach der Libro-Megapleite gute Chancen aus, dass die Anleger etwas von ihrem verlorenen Geld zurückbekommen werden.

Verärgert ist Rasinger über die Märtyrer-Rolle, die Rettberg jetzt zu spielen versuche. "Die Absicht ihn als Märtyrer hoch zu spielen kommt nicht gut an." Rettberg sei schließlich hauptverantwortlich für die 334-Mio.-Euro Pleite gewesen. Schwerwiegende Managementfehler und Realitätsverlust seien evident. Er solle sich nicht als Unschuldslamm darstellen. (APA)

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    Zusätzlich zur Anklage wegen Verdachts auf betügerische Krida melden sich jetzt die Kleinaktionäre zu Wort.

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