FPÖ wird gegen Neuwahlantrag stimmen

12. Juli 2005, 17:02
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Strache hofft bei Wahl auf "blaues Wunder von Wien" - Zweistelliges Ergebnis erwartet

Wien - Die Wiener FPÖ wird am 30. Juni im Gemeinderat gegen den von der SPÖ angekündigten Auflösungsantrag stimmen. "Wir werden ihm (Bürgermeister Michael Häupl (S), Anm.) nicht die Räuberleiter machen", unterstrich Klubobmann Hilmar Kabas am Rande der Klausur der FP-Rathausfraktion am Freitag. Als Wahlziel gab Parteiobmann Heinz-Christian Strache ein zweistelliges Ergebnis aus und unterstrich seinen Glauben an das "blaue Wunder von Wien".

Man werde alle politischen Mitbewerber überraschen, gab sich Strache überzeugt. Bei unabhängigen Umfragen hole die FPÖ von Woche zu Woche auf. "Dabei haben wir noch nicht einmal gestartet", unterstrich der Parteiobmann. Sein Wahlziel sei ein zweistelliges Ergebnis, gegen die Bezeichnung zehn Prozent plus X verwehrte er sich aber, denn "zwischen zehn und 90 Prozent ist alles drinnen", so Strache.

Wie beim Boxen

Im Weiteren bemühte der FP-Politiker vor allem sportliche Vergleiche zur Beschreibung der politischen Lage. Bei der Wien-Wahl sei das wie beim Boxen: Der Titelverteidiger Häupl käme aus der roten Ecke, der Herausforderer aus der blauen. Lange Zeit hätte ihn der Bürgermeister unterschätzt und gedacht: "Der Junge ist ein Leichtgewicht."

Nach zwei Runden Kampf sei Häupl aber aufgefallen, "der hat eine gute Beinarbeit, eine gute Kondition" und nun wolle er die Anzahl der Runden verkürzen. Die Motivation des Bürgermeisters für Neuwahlen sei wie bei einem Fußballspiel, wenn eine Mannschaft 2:0 führe und sage: "Jetzt lassen wir die letzte Viertelstunde weg, dann haben wir sicher gewonnen."

Dass er mit seiner Mannschaft auch nach der Wahl in Wien nicht mitregieren wird, ist Strache bewusst. Dies bekümmere ihn aber nicht, denn "wir haben in der Opposition zum Teil mehr erreicht als in der Regierung", fuhr er einen Seitenhieb auf die ehemaligen Parteifreunde in der Bundesregierung. (APA)

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