SP-Moser ortet "Seifenblase" - ÖVP: Vertrauensbeweis

12. Juli 2005, 12:04
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Unterschiedliche Polit-Reaktionen auf ATX-Rekordstand von 3.000 Punkten

Wien - Unterschiedliche Reaktionen hat der am Donnerstag erreichte Rekordstand an der Wiener Börse von 3.000 Punkten von politischer Seite hervorgerufen. Während ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll - wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser - darin ein "Signal des Vertrauens in die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung" erkennt, ortet der oppositionelle SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser darin nicht mehr als eine "neue ökonomische Seifenblase" von Finanzminister Grasser.

Moser bezeichnet die "Jubelmeldungen" in einer Aussendung am Donnerstagabend als "typische Analysen eines Schmalspurökonomen". Denn für ihn bestehe "kein Zusammenhang zwischen realer Wirtschaftssituation und der Entwicklung an der Wiener Börse". Es sei zwar grundsätzlich positiv, wenn sich der ATX als Messzahl für die an der Börse notierten Gesellschaften gut entwickle. Damit sei aber keine großartige Wirtschaftspolitik verbunden, sagte Moser.

Konjunkturprognosen geschwächt

Denn die Wirtschaftsforschungsinstitute würden ihre Konjunkturprognosen bereits wieder zurücknehmen, die Arbeitslosenzahl steige weiter und die Investitionen seien weiter rückläufig. Die Kaufkraft habe nach "über 50 Belastungsmaßnahmen" enorm gelitten. Und auch rund 300.000 Arbeitslose hätten wenig vom Rekordstand des ATX. Moser befürchtet eine "Seifenblase" und "dass die Wiener Börse Objekt von internationalen Spekulationen wird", denn der hohen Nachfrage "stehen zu wenige Unternehmen an der Börse gegenüber". Die massive Förderung der dritten Säule der Altersvorsorge sei eine "künstlich hoch gefahrene Nachfrage", daher sei zu befürchten, "dass der ATX-Rekord nichts weiter als ein Kunstgebilde ist".

Für Stummvoll bedeutet der Höchststand eine "Erfolgsmeldung für die gesamte österreichische Wirtschaft". Seit Antritt der Regierung im Jahr 2000 habe sich der Stand des ATX mehr als verdreifacht. Die Rekordlaune an der Börse werde auch konkrete Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Österreich zeitigen: "Frisches Kapital bringt neue Investitionen und ermöglicht so die Schaffung und Sicherung neuer Arbeitsplätze", so Stummvoll. (APA)

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