Sexuallockstoffe können Kaufverhalten beeinflussen

11. Juli 2005, 13:50
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..allerdings nur männliches, bei Frauen zeigten sie im Rahmen einer Studie keine Wirkung

Wien - Sexualduftstoffe beeinflussen nicht nur - wie man erwarten könnte - das Sexualverhalten. Wie Wissenschafter des Lehrstuhls für Marketing der Universität Wien herausgefunden haben, lässt sich über im Schweiß vorkommende Sexualduftstoffe auch das Kaufverhalten von Testpersonen steuern.

Versuchspersonen mussten unter dem Einfluss eines Sexualduftstoffes Zeitschriften beurteilen, erklärte dazu Studienautor Claus Ebster. Dazu besprühten die Forscher Atemmasken der Probanden mit synthetisch hergestelltem Androstenol, ein Sexuallocksstoff, der in der Natur vorwiegend im männlichen Achselschweiß vorkommt. Es zeigte sich, dass Personen unter dem Einfluss von Androstenol die Zeitschriften deutlich besser beurteilten und diese auch eher zu kaufen bereit waren.

Erstaunlicherweise gilt das allerdings nur für Männer und der Effekt war besonders deutlich feststellbar, wenn es sich um typische Männer-Zeitschriften - etwa über Motorräder oder betont männliche Bekleidung handelte. Bei geschlechter-neutralen Zeitschriften war der Effekt nur sehr undeutlich nachweisbar. Bei einschlägigen Zeitschriften mit leicht bekleideten Frauen drehte sich die Wirkung um, unter dem Einfluss von Androstenol beurteilten die Männer das jeweilige Heft schlechter. Frauen, an die der Lockstoff eigentlich gerichtet ist, ließen sich jedenfalls in ihrem Beurteilungs- und Kaufverhalten überhaupt nicht beeinflussen.

"Pheromone könnten schon bald zur Beduftung von Produkten und Geschäftslokalen - wo typische Männerprodukte verkauft werden - eingesetzt werden und zu erheblichen Umsatzsteigerungen führen", sagte Ebster. Dagegen ist die sexuelle Wirkung der Pheromone - etwa in Parfüms eingesetzt - nach wie vor umstritten. (APA)

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