Korruptionsaffäre: Annan will nicht zurücktreten

10. Juli 2005, 15:13
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Untersuchung soll Vorwürfe entkräften

Paris/New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat die Möglichkeit eines Rücktritts wegen umstrittener Irak-Geschäfte zurückgewiesen. Er sei entschlossen, seine Arbeit für eine UNO-Reform fortzusetzen, sagte Annan in einem Interview der Pariser Tageszeitung Le Figaro.

Bei den Ermittlungen geht es um Verträge im Rahmen des Programms "Öl für Lebensmittel", das die UNO mit dem Regime von Saddam Hussein vereinbart hatte. Die Vorwürfe gegen ihn nehme er ernst, sagte Annan. Daher trete er für eine möglichst gründliche Untersuchung des Skandals durch die unabhängige Kommission unter der Leitung des früheren US-Notenbankgouverneurs Paul Volcker ein. Die Kommission hat erklärt, dass sie die Rolle Annans erneut prüfen werde.

Anlass ist eine E-Mail über eine Begegnung Annans mit Vertretern der Schweizer Firma Cotecna Inspection, bei der der Sohn des Generalsekretärs, Kojo, beschäftigt war. Zuvor hatte Annan stets erklärt, er habe nicht gewusst, dass sich die Firma um einen Auftrag für das Irak-Programm bemühe. Der Verfasser der E-Mail-Notiz, Cotecna-Manager Michael Wilson, ließ am Mittwoch erklären, dass er mit Annan kein einziges Mal über das Angebot seines Unternehmens gesprochen habe. Cotecna wurde der Auftrag über zehn Millionen Dollar (8,26 Millionen Euro) am 11. Dezember 1998 erteilt. (AP, dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 17.6.2005)

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