Ex-Daewoo-Chef sitzt in Untersuchungshaft

12. Juli 2005, 15:19
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Vorwurf der Bilanzfälschung - Kim Woo-Choong war nach Firmen-Crash sechs Jahre flüchtig

Seoul - Der frühere Chef des südkoreanischen Daewoo-Konzerns, Kim Woo Choong, ist am Donnerstag unter anderem wegen mutmaßlichen Bilanzbetrugs in Untersuchungshaft genommen worden. Der 69-Jährige hatte sich nach sechs Jahren auf der Flucht am Dienstag den Behörden in seiner Heimat gestellt. Es bestehe die Gefahr, dass Kim wieder flüchte und Beweismittel vernichte, zitierte die nationale Nachrichtenagentur Yonhap den für den Haftbefehl zuständigen Richter.

Dem früheren Vorzeigemanager werden im Zusammenhang mit der größten Pleite in der Wirtschaftsgeschichte des Landes Anstiftung zur Bilanzfälschung, Veruntreuung und Devisenvergehen vorgeworfen. Kim hatte erklärt, er wolle die Verantwortung für den Fall Daewoo übernehmen. Mit einer Anklage wird Anfang Juli gerechnet. Bei einer Verurteilung droht ihm eine langjährige Haftstrafe.

Nach südkoreanischen Medienberichten gab Kim bei Verhören zu, die Bücher der Daewoo-Gruppe manipuliert zu haben, um Kredite zu erschleichen. So sollen Ende der 90er Jahre die Vermögenswerte der Konzerns um 41 Bill. Won (etwa 33,5 Mrd. Euro) aufgebläht worden sein. Die Daewoo-Gruppe war 1999 unter einer Schuldenlast von 80 Mrd. Dollar (66 Mrd. Euro) zusammengebrochen. (APA/dpa)

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