Valentino geht in Mailand an die Börse

12. Juli 2005, 13:25
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Die Gruppe Valentino Fashion Group ist aus der Neuordnung des Modegeschäfts der italienischen Textilgruppe Marzotto hervorgegangen

Rom - Die neugegründete Gruppe Valentino Fashion Group debütiert am 1. Juli an der Mailänder Börse. Die Gruppe ist aus der Neuordnung des Modegeschäfts der italienischen Textilgruppe Marzotto hervorgegangen, die Mutter der Modefirmen Valentino und Hugo Boss ist. Marzotto hatte vor wenigen Wochen die Ausgliederung der Bekleidungssparte aus dem Konzernverbund und deren Börsenotierung beschlossen. Damit wird der Modebereich von der Stoff- und Garnproduktion getrennt.

Unter dem Namen "Valentino Fashion Group" sollen in Zukunft die profitablen Marken Hugo Boss, Valentino, Marlboro Classic und die Missoni Marken zusammengebündelt werden. Neue Aktien werden laut Marzotto im Verhältnis eins zu eins ausgegeben. Der Konzern begründete den Schritt mit der unterschiedlichen Markt- und Managementlogik des Bekleidungs- und Textilbereiches.

Die drei Modeunternehmen generieren zusammen einen Umsatz von 1,470 Mrd. Euro. Die Mutter Marzotto, die 2004 einen Umsatz von 1,772 Mrd. Euro verzeichnet hat, wird weiterhin an der Mailänder Börse notiert bleiben. Die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde consob soll kommende Woche das Grüne Licht für den IPO der Valentino Fashion Group geben, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" in ihrer Donnerstag-Ausgabe.

Mit dem Börsengang Valentinos soll der vor gut einem Jahr gestartete Umbau des Marzotto-Konzerns abgeschlossen werden. Der 66-jährige Firmenpatriarch Pietro Marzotto hatte im Juni 2004 seine Anteile von 15 Prozent an eine Investorengruppe verkauft, die nun insgesamt 28 Prozent an dem Unternehmen hält. Weitere 27 Prozent halten andere Mitglieder der weitverzweigten Marzotto Familie. Der Rest ist überwiegend im freien Handel. Neuer Firmenchef ist der Manager Antonio Favrin.

Marzotto stellte sich nicht nur gegen die Ende der neunziger Jahre geplante Fusion mit der defizitären Bekleidungsholding Hdp. Er sträubte sich auch im vergangenen Jahr, die von seinem Bruder geplante Fusion mit dem ebenfalls vom Familienclan kontrollierten Mischunternehmen Zignago (Wein, Glas) einzugehen. Wegen der Meinungsverschiedenheiten in der Familie war Marzotto zurückgetreten. (APA)

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