ÖBB wollen Verwaltung bis 2010 auf vier Standorte konzentrieren

12. Juli 2005, 15:13
4 Postings

Neues Standortkonzept soll Millionen sparen - Restitutionsverfahren um ÖBB-Gebäude im 1. Bezirk

Wien - Der Aufsichtsrat der ÖBB-Holding berät heute, Donnerstag, über eine neue Standortstrategie für den Bahnkonzern. Der Vorstand soll dabei ein Konzept vorlegen, wonach die 27 Wiener ÖBB-Standorte bis 2010 auf vier Gebäude konzentriert werden sollen, erfuhr die APA vor der Sitzung aus Unternehmenskreisen.

Die ÖBB wollen dadurch mehrere Millionen Euro einsparen. Das künftige Hauptgebäude soll am neuen Wiener Zentralbahnhof entstehen, dem Areal des heutigen Wiener Südbahnhofs. Der Bahnhof selbst soll nach früheren Berichten 2011/12 fertig werden.

Ausweichquartier in den Twin Towers

Zwischenzeitlich werden die ÖBB ihre Unternehmenszentrale vom noblen Palais im ersten Wiener Gemeindebezirk (Elisabethstraße 9) in die Twin Towers im zehnten Bezirk verlegen und damit in unmittelbare Nähe des Wienerberger-Headquarters ihres Aufsichtsratschefs Wolfgang Reithofer ziehen.

Knapp 600 Mitarbeiter der ÖBB-Holding, der ÖBB Dienstleistungs GmbH (DLG) und der ÖBB Immobilienmanagementgesellschaft sollen in den neuen Räumlichkeiten untergebracht werden. Das Personal wurde bereits Anfang des Monats informiert. Nach dem heutigen Beschluss im Aufsichtsrat soll die Übersiedlung dem Vernehmen nach voraussichtlich im Herbst erfolgen.

Die ÖBB-Infrastruktur Bau AG mit 220 Mitarbeitern ist dagegen bereits mit Anfang Juni aus dem ersten Bezirk (Elisabethstraße 18) in ein Zwischenquartier im neue Bürohaus Arcade Meidling gezogen. Die ÖBB wollen in den nächsten Monaten entscheiden, ob sie die frei gewordenen Flächen im ersten Bezirk verkaufen oder weiterentwickeln.

Restitutionsverfahren

Um das Haus in der Elisabethstraße 18 läuft allerdings ein Restitutionsverfahren. Das Gebäude in der Inneren Stadt war im Dritten Reich wegen angeblicher Steuerschulden der Familien Bloch-Bauer und Pick konfisziert und damals an die Reichsbahn versteigert worden.

Die Erbin Maria Altmann fordert es nun zurück. Auf Grund einer Vorentscheidung eines US-Schiedsgericht werden ihr nach jüngsten Medienberichten gute Chancen eingeräumt. Ein ÖBB-Sprecher wollte dazu am Donnerstag auf APA-Anfrage keine Stellungnahme abgeben. (APA)

Link

ÖBB
Share if you care.