Slowakei: Troubles am Arbeitsmarkt

12. Juli 2005, 15:02
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Während Österreich eine Überschwemmung des heimischen Arbeitsmarkt befürchtet, kämpft die Slowakei mit Fachkräfte-Mangel

Wien - In der Slowakei gibt es derzeit Troubles am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote beträgt rund 17 Prozent und die Jobs sind rar. Das in der vergangenen Woche in Bratislava präsentierte Pilotprojekt, wonach Arbeitslosen, die in einem der Nachbarländer einen Job finden, ein Teil ihrer Reisekosten rückvergütet werden soll, hat für medialen Aufwind gesorgt, derStandard.at berichtete. Die Nachbarländer, allen voran Österreich, fürchten eine Überschwemmung des heimschen Arbeitsmarkt mit Arbeitssuchenden aus der Slowakei.

Andererseites gibt es in der Slowakei einen Arbeitskräfte-Mangel, sagt Eva Trckova von der Unternehmensberatung "Bridge it" im Gespräch mit derStandard.at. Das Unternehmen, das auch für den slowakischen Markt Jobs vermittelt, sieht den Arbeitsmarkt - vor allem für Führungskräfte - in der Slowakei "ausgetrocknet". "Da wir für Stellen im Managment-Bereich oft keine qualifizerten Arbeitnehmer vor Ort finden, vermitteln wir vermehrt ausländische Arbeitnehmer in die Slowakei". So werde z. B. seit sechs Monaten versucht, eine Assistenten-Stelle zu besetzten - ein adäquater Bewerber aus der Slowakei konnte jedoch noch nicht gefunden werden, berichtet Trckova.

Die Bereitschaft der Österreicher, für einen Job in die Slowakei zu übersiedeln sei sehr groß, betont Trckova. "Die Leute sehen das als Chance". Das Land stünde ausländischen Arbeitnehmern auch sehr offen gegenüber. Jeder EU-Bürger kann ohne Arbeitserlaubnis einen Job annehmen.

Eine Überschwemmung des österreichischen Arbeitsmarkts befürchtet Trckova nicht, denn "es gibt ja die siebenjährige Schutzfrist". (bp)

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