Brutaler TV-Spot soll zum Anschnallen animieren

2. Juli 2005, 19:33
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Jeder vierte Fahrer fährt ohne Gurt - jedes sechste Kind wird im Fonds ohne Gurt mitgenommen - mit Grafik

Wien - Mit erschreckender Deutlichkeit will Verkehrsminister Gorbach die als Gurtenmuffel bekannten Österreicher zu mehr Disziplin beim Anschnallen bewegen: Gorbach präsentierte am Donnerstag in der Wiener City die Aktion "Gurte retten Leben" und einen brutalen TV-Spot, bei dem ein nicht angeschnalltes Kind am Rücksitz bei einer Vollbremsung durch die Frontscheibe fliegt.

Brutaler Spot

"Ihre Tochter ist ihr ganzes Glück, für sie würden sie alles tun. Tun sie aber nicht." Das ist der begleitende Text zum Spot, der ab Donnerstag, bis 9. Oktober rund 3.000 Mal im ORF und Privat-TV sowie in 163 Kinos in Österreich zu sehen sein wird und absichtlich mit der Schockwirkung des Betrachters arbeitet. "Ich wünsche mir, dass sich durch diese Kampagne mehr Österreicher anschnallen und überleben. Wir wollen damit bewusst emotionalisieren." Begleitende Radiospots werden laut Gorbach rund 14.300 Mal ausgestrahlt.

Jeder vierte Fahrer fährt ohne Gurt

Die Österreicher sind ausgewiesene "Gurten-Muffel". Immer noch schnallt sich jeder vierte Fahrer im Auto nicht an. Auf der Rückbank verwenden nicht einmal 50 Prozent der Insassen die Gurten. Auch jedes sechste Kind wird im Fonds ohne Gurt mitgenommen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums liegt die Anschnall-Quote im EU-Schnitt bei 90 Prozent, in Österreich nur bei 75 Prozent.

Mehr Überlebende bei Unfällen

Bei der in der vergangenen Woche durchgeführten Verkehrskontrollaktion "Habicht" waren mehr als 10.000 Österreicher nicht angeschnallt, über 900 Kindersitze waren falsch montiert. 2004 kamen 480 Menschen im Pkw ums Leben, 221 davon waren nicht angegurtet. Gorbach will mit der drastischen Werbe-Kampagne diese Quote deutlich erhöhen. Durch Anlegen der Gurten könnten jährlichan die 100 Menschenleben gerettet werden, schätzt das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Unterstützt wird die Kampagne auch von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt, die eine Million Euro zuschießt. AUVA- Obmann Helmut Klomfar: "Wenn wir die Anschnallquote von 75 auf 80 Prozent heben können, ist das über die Reduktion der Kosten wieder herinnen. Das ist bestens investiertes Geld." (APA)

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    Gurt-Anlegegequote im Europavergleich

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