Haas-Haus Umbau: Ab Dezember 45 Hotelzimmer von Do&Co

18. November 2005, 15:28
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15 Jahre nach der Eröffnung wird der Betrieb am Wiener Stephansplatz für drei Monate geschlossen

Der Restaurant- und Barbetrieb von Do&Co im Wiener Haas-Haus wird umgebaut und um ein Hotel bereichert. Gleichzeitig versucht Firmenchef Attila Dogudan bei der Airest zu landen, die von der CA-IB zum Kauf angeboten wird.

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Wien – 15 Jahre nach der Eröffnung schließt Attila Dogudan seinen Restaurant- und Bar- betrieb im Haas-Haus am Wiener Stephansplatz zwecks Renovierung und Umbau für die kommenden drei Monate. Anfang Oktober wird dann im vom Architekten Hans Hollein errichteten Haus die neue Bar im Dachgeschoß und das Do- &-Co-Restaurant wieder eröffnet. Ab Dezember geht Dogudan unter die Hotelbetreiber. In den Etagen drei bis sechs werden 45 Zimmer in der Fünf-Sterne-Kategorie errichtet. Der Zimmerpreis wird unter 200 Euro liegen.

Der größte Teil des Gesamtumsatzes (134 Mio. Euro) entfällt nach wie vor auf den Bereich Airline-Catering (61 Mio. Euro), gefolgt vom internationalen Event-Catering (47 Mio.) und den Restaurants & Bars mit 26 Mio. Euro.

Essen an Bord

Dogudan, der neben der Lauda Air und Fly Niki auch zahlreiche ausländische Fluggesellschaften bekocht, ist fest davon überzeugt, "dass es nicht wurscht ist, ob es an Bord etwas zu essen gibt oder nicht". Essen an Bord sei ein Marketinginstrument und Teil einer Emotionskomponente. Die fünf Euro, die das Essen koste, seien nicht bilanzentscheidend. Wird nichts serviert, verärgere man aber viele Kunden. Dogudan glaubt daher, dass die kostenlose Bordverpflegung "wieder zurückkommen wird". Aber nicht mehr in der Form, wie sie war. "Die Pro-Kopf-Ausgaben in der Economy werden sinken, während jene in der Business-Class steigen."

Ungebrochen ist sein Inte^resse an der AUA-Tochter‑ Airest. Die AUA hat die Investmentbank CA-IB mit dem Erstellen eines Verkaufsprospektes und der Sondierung der Interessenten beauftragt. Ziel ist es, die Airest komplett, zumindest aber mehrheitlich zu verkaufen. In den nächsten drei bis sechs Monaten soll der Deal über die Bühne gehen. Intern wird nicht abgestritten, dass es "eine gewisse Affinität der AUA zu Dogudan gibt".

Vorbereitet auf nächste Expansion

Um für die nächsten Expansionen vorbereitet zu sein, verpasst Dogudan seinem Unternehmen, das im Vorjahr ein Ergebnis von 3,45 Mio. Euro erzielte, eine neue Struktur in Form einer börsenotierten Holding. Unter dieser sollen die drei Bereiche (Airlines, Restaurants, Catering) als selbstständige Aktiengesellschaften fungieren. Um das Niveau zu halten, braucht Do & Co neue Mitarbeiter. "Ich könnte locker 100 Leute aufnehmen, die bereit sind, sich rasch zu entwicklen und im Ausland zu arbeiten", kündigte Dogudan an. Doch die Österreicher seien nicht mobil, "die gehen lieber am Arlberg auf Saison, wo sie Skifahren können, als nach New York". (Claudia Ruff, DER STANDARD Printausgabe 16.6.2005)

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