16-Jähriger maturierte mit Auszeichnung

8. November 2005, 11:41
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Der junge Linzer übersprang die vierte und siebente Klasse des Gymnasiums - "Bin kein Streber", sagt der schnelle Schüler

Linz – "Ich bin natürlich wahnsinnig stolz auf meinen Buben. Das ist ein gutes Gefühl, wenn man sieht, dass man so weit alles richtig gemacht hat", erzählt Roswitha Stark im Gespräch mit dem‑ Standard. Grund für die mütterliche Freude ist der schulische Erfolg des jüngsten Sprosses der Familie, Robert. Der 16-Jährige hat vergangene Woche am Linzer Georg-von- Peuerbach-Gymnasium maturiert. In Deutsch, Mathematik, Englisch und Physik schriftlich und in Physik, Mathematik und Englisch mündlich – und das nicht nur mit Auszeichnung, sondern gleich mit lauter "Sehr Gut".

Leichter Lernstoff

Gegen das Image eines ständig nur über den Schulbüchern brütenden Sonderlings wehrt sich der junge Mann entschieden: "Ich bin sicher kein Streber. Mir ist der Lernstoff halt sehr leicht gefallen", erzählt Robert im Standard- Gespräch.

So leicht, dass bereits in der vierten Klasse die Professoren die Fähigkeiten des jungen Ausnahmetalents erkannten und zu einem Sprung in die nächst höhere Schulstufe rieten. Ähnlich absolvierte Robert auch die siebte Klasse: "Die habe ich gleich ganz ausgelassen und bin direkt in die Achte eingestiegen."

Natürlich habe es auch Neider in der Schule gegeben, die "blöde Meldungen losgelassen haben". Aber die habe er einfach ignoriert, erzählt der 16- Jährige. Hochbegabung liegt bei den Starks offensichtlich in der Familie. Auch Roberts älterer Bruder ließ eine Klasse aus und maturierte ein Jahr früher. Die Eltern sind übrigens AHS-Professoren für Mathematik und Physik.

Der Jung-Maturant wird sich in Zukunft "aller Wahrscheinlichkeit nach" einem Medizinstudium widmen. Um dort erneut einen Rekord aufzustellen? "Nein", winkt der 16-jährige Linzer ab. Natürlich habe er einen "gewissen Geschwindigkeits-Ehrgeiz" entwickelt, doch Medizin zu studieren heiße vor allem "verdammt viel schweren Stoff lernen".

Ein Patentrezept für vorzeitiges Maturieren könne er anderen 16-Jährigen aber nicht geben. "Wichtig ist, dass jeder seine Talente erkennt und diese selbst dann entsprechend fördert", so der leidenschaftliche Klavier-, Gitarre-, Orgelspieler und Tänzer mit Gold-Star-Niveau. (DER STANDARD-Printausgabe,16.6.2005)

Von Markus Rohrhofer

Nachlese: Der Wiener Medizinstudent Emad Kafaji schloss sein Medizinstudium in sieben Semestern ab.
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