Randa: "43 Jahre Bankgeschäft sind genug"

12. Juli 2005, 15:11
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Seitenwechsler und Exbanker Gerhard Randa erklärt im STANDARD-Interview, was ihn am neuen Auto-Job reizt

STANDARD: Warum wechseln Sie zu Frank Stronach?

Randa: 43 Jahre Bankgeschäft sind genug. Ich wechsle mit 60 jetzt noch einmal auf die Kundenseite. Ich bin im Vorstand der Konzernholding für Finance & Treasury zuständig; diese Holding entwickelt sich immer mehr zu einer konzerninternen Bank. Die Aufgabenteilung hat den Vorteil, dass sich die anderen noch stärker auf das Automobilgeschäft kümmern können. Das Team besteht aus erstklassigen, offenen, geradlinigen Managern.

STANDARD: Etwas Neues für Sie?

Randa: Diese Frage habe ich überhört. Mir wird der neue Job Spaß machen, ich freue mich drauf. Ich mache nichts mehr, was mir keinen Spaß macht.

STANDARD: Behalten Sie ihre Jobs in den BA-CA-Stiftungen?

Randa: Ja. Diese Jobs sind für mich nicht sehr viel Aufwand, wir haben ja Superteams in den Stiftungen.

STANDARD: Werden Sie nach Kanada übersiedeln?

Randa: Unser Konzern ist sehr international aufgestellt, ich werde wie bisher viel reisen.

STANDARD: Sie beginnen Ihren Job heute, am 15. Juni. Wie lange läuft Ihr Vertrag?

Randa: Jedenfalls keine fünf Jahre. So lange arbeite ich nicht mehr.

STANDARD: Sie wirkten zuletzt enerviert. Sind Sie von Ihren 43 Bankerjahren enttäuscht?

Randa: Überhaupt nicht. Ich brauche mich für meine Leistung auch nicht zu genieren. Was ich hinterlasse, spricht für sich selbst. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2005)

Zur Person

Gerhard Randa (60) war bis Mai Vorstand der HypoVereinsbank und Aufsichtsratschef der BA-CA.

Das Gespräch führte Renate Graber.
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