Franks bunte Promiwelt

31. Juli 2005, 17:51
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Frank Stronach signalisiert: "Ich hol mir simply the best - und ich kann es mir auch leisten"

Jetzt also Gerhard Randa. Magna-Gründer Frank Stronach hat sich mit Randa, dem Nochaufsichtsrat der - in den Fusionswirren mit der italienischen UniCredit steckenden - bayerischen HypoVereinsbank, einen weiteren Prominenten in seinen Autozuliefererkonzern geholt. Und damit signalisiert: Ich hol mir simply the best. Ob für meinen Fußballklub oder meine Magna. Und ich kann es mir auch leisten.

Dies zweifellos, denn Stronach hat seinen Konzern auf oberster Ebene sehr schlank, mit sehr geringen Overheads und sehr dezentral in unternehmerischen Einheiten organisiert. Da haben schon noch ein paar Kostgänger Platz. Es stellt sich natürlich die Frage, wozu er den Wiener Banker Gerhard Randa tatsächlich braucht, zumal die Magna-Finanzebene in Toronto ohnehin mit den beiden Profis Vince Galifi und Peter Koob besetzt ist.

Wenn auch auf den ersten Blick Stronachs Promisucht suspekt erscheint und es den Anschein hat, er liebt es, Frühstücksdirektoren um sich zu haben: Der Mann weiß, was er tut. Er hat etwa all jene Politiker, denen er Job-Asyl gewährt hat, durchaus nutzbringend eingesetzt. Und auch Randa wird seinen von ihm zugewiesenen Part spielen. Ein Teil der angeheuerten Altpolitiker besorgt ihm das unverzichtbare Lobbying. Sie sind dort, wo sie als Politiker wirkten, Türöffner, Kommunikatoren, Anbahner. Das ist nicht zu unterschätzen, und man ist eigentlich verwundert, warum nicht auch andere Unternehmen sich dieser Dienste bedienen. Einige wenige, wie der ehemalige steirische VP-Landesrat Herbert Paierl, absolvieren im Konzern die Ochsentour und steigen ins operative Geschäft ein, dorthin, wo Stronach nur ungern Leute von draußen ranlässt. In Summe dürfte sich Franks bunte Promiwelt für ihn durchaus rentieren.

Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2005)

Von Walter Müller
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