Stronach holt Randa ins Boot

12. Juli 2005, 15:11
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"Mister Bank Austria" Gerhard Randa, bis vor kurzem Vorstand der bayerischen HypoVereinsbank, zieht in den Vorstand der Magna International in Kanada ein

Oberwaltersdorf – Frank Stronach erweitert sein Promiteam: Gerhard Randa, bis Mai Vorstand der HypoVereinsbank und Aufsichtsratspräsident der Bank Austria Creditanstalt, zieht mit sofortiger Wirkung in den Vorstand von Magna International ein. Seit Mai ist Randa "nur noch" Aufsichtsratsmitglied der HypoVereinsbank, die gerade von der italienischen Unicredit übernommen wird. Dem Aufsichtsrat des fusionierten Bankenriesens wird Randa nicht mehr angehören.

"43 Jahre im Bankgeschäft sind genug"

Der Banker über den neuen Job: "Meine beiden Kollegen im Vorstand, Vince Galifi und Peter Koob, und ich, wir drei werden uns gemeinsam um die Finanzen des Konzerns kümmern." 43 Jahre im Bankgeschäft seien genug, sagt Randa: "Ja, ich wechsle in die Industrie." Der neue Arbeitsplatz werde Toronto sein.

Frank Stronach lässt ausrichten: "In der besonderen Struktur von Magna, in der die Holding eine Bankfunktion für die vielen dezentralen operativen Einheiten wahrnimmt, werden die Bereiche Finance & Treasury immer wichtiger. Ich freue mich daher, dass es uns gelungen ist, einen international so renommierten und geschätzten Bankexperten wie Gerhard Randa für diesen wichtigen Bereich in unserem Unternehmen zu gewinnen." Magna-Kommunikationschef Rudas knapper: "Uns geht es um Randas Expertise, seinen Kopf."

Magna ist vermutlich der weltweit vielseitigste Autozulieferer. Er entwirft, entwickelt und fertigt Zulieferteile für alle Autohersteller der Welt, von Karosserieteilen, komplexen elektronischen Systemen bis hin zu Sonnendächern und Ähnlichem. Rein theoretisch wäre es Magna seit Längerem möglich, daraus ein eigenes Automobil zu fertigen.

15.000 Mitarbeiter in Österreich

Seit 1989 ist der Austrokanadier Stronach wieder in seiner alten Heimat aktiv. Heute beschäftigt der Konzern in Österreich 15.000 Mitarbeiter; die Standorte sind: Ebergassing, Weikersdorf, Weiz, Sinabelkirchen, Albersdorf, Graz, Lannach, Ilz, St. Valentin und Oberwaltersdorf (Zentrale) – sowie bald auch Klagenfurt (siehe "Klagenfurt wird Magna-Standort").

Stronachs Konzept, sein Managernetzwerk rund um frühere Politiker zu spannen, ist in Österreich recht erfolgreich aufgegangen, in Kanada hat er damit Schiffbruch erlitten. (gra, szem, miba, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2004)

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    Gerhard Randa zieht nach Toronto.

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