Bonus für TV-Chefredakteur Mück

4. Juli 2005, 20:06
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Kanzlerrede: Stiftungsräte protestieren Mittwoch - SP-Räte lehnen neues Programmschema ab

Mittwoch wollen Stiftungsräte von SPÖ, Grüne und wohl auch BZÖ die Kanzlerrede im ORF ausgiebig debattieren.

Sie könnten fragen, wann Generaldirektorin Monika Lindner von dem Wunsch des Kanzlers erfuhr und warum sie ihre Direktoren nicht früher informierte.

Schon im Finanzausschuss am Montag kochte das Thema kurz hoch: Lindner bestätigte dort nach STANDARD-Informationen, dass TV-Chefredakteur Werner Mück seit April als einziger Hauptabteilungsleiter eine – vierstellige – Zulage erhält. Begründung Lindners: Weil er Leiter der größten Hauptabteilung sei. Den Job hat er freilich schon seit Frühjahr 2001. Mück gab – in Abwesenheit des Infodirektors – die Anweisung für die Platzierung der Kanzlerrede nach der "ZiB 1" am 14. Mai.

Im Programmausschuss am Dienstag wollten rote Stiftungsräte gegen Änderungen des TV-Schemas stimmen, bestätigte Vorsitzende Brigitte Kulovits-Rupp (SP).

Sie stört, dass der ORF "help tv" von Barbara Stöckl für ein neues Gesundheitsmagazin von Vera Russwurm halbiert. Sie stört zudem, dass "Universum" zwölf Donnerstage im Jahr gemeinsam produzierten TV-Filmen weichen muss, die ARD und ZDF hier spielen.

Kulovits-Rupp zweifelt langsam am Sinn des Programmschemas. "Universum" müsse auch ganz ohne dessen Änderung einem "Pilcher-Verschnitt" weichen, sobald in ORF 1 Fußball laufe.

Die SP-Stiftungsräte können das neue Schema mangels Mehrheit nicht verhindern.

Wahl über Internet...

Um eine absolute Mehrheit der ÖVP im Stiftungsrat bei der Kür des nächsten Generaldirektors geht es, wenn die Gebührenzahler sechs der 35 Publikumsräte wählen, von denen drei auch im Stiftungsrat sitzen.

Ob sie nur per Fax oder auch per Internet wählen dürfen und was das kostet, verschob die Geschäftsführung auf die Sondersitzung der Stiftungsräte in der zweiten Juliwoche (DER STANDARD berichtete).

...und Partnerwahl

Die Sondersitzung gilt eigentlich der Sendertochter ORS. Die Stiftungsräte sollen den Einstieg von Raiffeisen absegnen. Möglicherweise als Spitzeninstitut eines Bankenkonsortiums, in dem doch auch die Bawag (ATV+) Platz findet. Sie soll sich nicht um die bis zu 40 Prozent an der ORS beworben haben, die der ORF verkauft. Die Stiftungsräte müssten zudem zustimmen, wenn die Übernahme des ungarischen TV-Sendernetzes im Juli konkret wird. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 15.6.2005)

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