Biotechnologie in Österreich: Klein, aber hartnäckig

12. Juli 2005, 15:13
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Erster Aufschwung ab Ende der 90er Jahre - Jetzt wäre Mechanismus für Förderung klinischer Forschung notwendig

Wien - Die Biotechnologie wird weltweit als Zukunftsbranche gesehen. In Österreich gab es im Vergleich zu den USA, Großbritannien und auch Deutschland erst Ende der neunziger Jahre einen Spätstart. Die Szenerie ist deshalb eher klein, aber durchaus hartnäckig.

In Deutschland begann die Biotech-Industrie schon Mitte der neunziger Jahre. "Dort wurde alles finanziert, was irgendwie nach Biotech geklungen hat. Dem entsprechend hoch war die Drop-out-Rate", erklärte Thomas Fischer, Geschäftsführender Gesellschafter (Finanzen und Administration) des Wiener Unternehmens Austrianova. Das Start-Up-Unternehmen ist mit der Entwicklung einer neuen Therapieform für bisher kaum behandelbare Pankreaskarzinome (Bauchspeicheldrüsenkrebs) in der Phase-III der klinischen Tests (Wirksamkeit/Studie zur Zulassung des Medikaments) angekommen.

Pharmaindustrie abwartend

Manchmal heißt es, Biotech-Großunternehmen wie Boehringer-Ingelheim, Baxter oder Biochemie Kundl hätten zur Entwicklung der österreichischen Szene beigetragen. Fischer und Brian Salmons, Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung von Austrianova, bestreiten das. Fischer: "Substanziell hat die große Industrie kaum geholfen." Salmons: "Derzeit ist die Strategie der großen Pharmaindustrie eher das Zuschauen. Kommt es zu einem Durchbruch, steigen sie ein."

Die Gesamtzahlen

Österreichs Biotechnologie erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von rund 2,4 Mrd. Euro. Die Forschungsaufwendungen betrugen rund 370 Mio. Euro plus weitere 110 Mio. Euro an sonstigen Investitionen. Bei den Life-Science-Start-Ups gibt es rund 70 Unternehmen, von denen 75 Prozent auf Wien, Niederösterreich und das Burgenland konzentriert sind. Zusammen mit den einschlägig forschenden pharmazeutischen Unternehmen sind in dem Bereich rund 6.500 Menschen beschäftigt. (APA)

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