"Klonen mit Vorsicht genießen"

16. März 2006, 12:23
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Schüler gestalten E-Learning-Kurs zum "unbekannten Terrain"

"Was sind embryonale Stammzellen? Was sind Gene und wie sind unsere Zellen aufgebaut?", fragt Merlin, der Zauberer in der Einleitung des E-Learning-Kurses zu Stammzellen und Klonen. "In den Schulbüchern werden diese Themen oft nicht angesprochen", meint Monika Bachler, von "dialoggentechnik", "dabei ist alles komplex und wirft ethische Fragen auf."

200 Schüler aus 14 Schulen in ganz Österreich haben zu diesen Themen recherchiert und das Erarbeitete in Lektionen verpackt. "Auch das Programmieren der Kurse haben die Schüler selbst übernommen", sagt Bachler über die Entstehung des Projekts. "Unterrichttauglich wird das Programm durch Wissensüberprüfungen am Ende jeder Einheit." Ziel sei es, Informationen von Schülern für Schüler, anzubieten, die auch im Unterricht verwendet werden. "Wir zeigen prägnant und verständlich, was Gentechnik erlaubt", meint Daniel Cupak (17). Er arbeitete zu Stammzellen in der Chirurgie und besuchte dazu das AKH Wien. "Nicht in der Theorie alleine, sondern praktisch und vor Ort", will Erika Hödl, Biologie-und Chemieprofessorin am Akademischen Gymnasium Linz, informieren.

Bevor man Details über adulte und embryonale Stammzellen oder Xenotransplantationen erfährt, werden biologische Grundbegriffe geklärt. Einblick bekommt man auch in den Kerntransfer am Beispiel der Klonschafe Dolly und Polly. "Die Schüler konnten mit kompetenten Leuten reden, die die Sache objektiv betrachten", erzählt Hödl.

In vier Kapiteln werden Merlins Fragen beantwortet, aber auch ethische Probleme, die mit Klonen verbunden sind, angesprochen. "Klonen kann Leben retten und kranken Menschen Hoffnung geben, ist aber mit Vorsicht zu genießen", meint Maria Teresa Del Re (17). "Gentechnik ist wie Atomforschung unbekanntes Terrain", weiß Daniel. "Bevor man mit Genen herumhantiert, sollten die ethischen Aspekte bedacht werden."

(Anna Maria Nics/DER STANDARD-Printausgabe, 14.6.05)

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