Das Neueste aus der Biotechnologie

3. Juli 2005, 19:43
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Bio 2005: Größte Gentechnik-Messe der Welt in Philadelphia mit über 18.000 Teilnehmern aus 58 Staaten - Auch österreichische Biotech-Unternehmen vertreten

Wien - Das größte Forum, das die Biotechnologie weltweit kennt: Vom 19. bis 22. Juni findet in Philadelphia die "Bio 2005" statt. Unter den mehr als 18.000 Teilnehmern aus 58 Staaten der Welt und 1.100 Unternehmen als Aussteller befinden sich am Österreich-Stand der Wirtschaftskammer Österreich/USA führende heimische "Ex-Start-ups" wie Austrianova, Intercell, Igeneon, Oridis, Green Hills, Eucodis, Sanochemia sowie die Life Science Austria/Vienna Region und die Biotec Area Krems.

"Die Biotechnologie hat 2003/2004 einen beachtlichen Wiederaufschwung gemacht und zeigt kaum Anzeichen einer neuerlichen Schwäche. Die Umsätze wachsen, noch mehr innovative Arzneimittel werden zugelassen, neue Technologien enthüllen fast täglich weiter Geheimnisse der Genom-Forschung. Seit dem Jahr 2000 haben Investoren mehr Geld in diesen Bereich gepumpt als in den gesamten 90er Jahren", heißt es in der Ankündigung des "Global Biotechnology Report - Volldampf voraus, aber warten hinter der nächsten Ecke Probleme?" von Ernst&Young. Der Bericht wird bei der "Bio 2005" präsentiert.

Die Programmpunkte reichen von den finanziellen und wirtschaftspolitischen und regulatorischen Aspekten der Gen- und Biotechnologie bis zu den wissenschafts-orientierten Präsentationen der neuesten Entwicklungen. Die Abwehr von Bio-Terrorismus - immerhin investieren im US-Finanzjahr 2005 die National Institutes of Health (NIH) und die Centers for Disease Control (CDC) eine Milliarde Dollar in diesen Bereich - wird genau so diskutiert wie Fragen der Biotech oder, ganz speziell, technische Fragen der Biotech-Produktion.

Biotechnologie hat sich etabliert

Während es in Europa weiterhin harte Diskussionen über die "Grüne Biotechnologie" in der Agrarwirtschaft gibt, hat sich die Biotechnologie in der Medizin längst fix etabliert und bringt derzeit vor allem mit monoklonalen Antikörpern und Rezeptorblockern die meisten Durchbrüche in der Therapie von Krankheiten. Der größte Teil der Diagnostik ist ohne diese Verfahren überhaupt nicht mehr denkbar.

Doch die Branche ist noch längst nicht "erwachsen" geworden. Es gibt derzeit weltweit rund 1.400 Biotechnologie-Unternehmen. Davon machen aber nur zehn einen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar (766 Mio. Euro) und 360 einen nennenswerten Umsatz. Insgesamt ist der Bereich noch immer defizitär. Das dürfte sich laut Branchenkennern erst im Jahr 2008 ändern.

Umsätze steigen

Auf der anderen Seite stieg der Biotechnologie-Industrie-Umsatz von 24,9 Mrd. Dollar, im Jahr 2003 waren es bereits 41,3 Mrd. Dollar. Es handelt sich also um einen stark wachsenden Industriezweig. In den Jahren 2003 und 2004 stammten bereits 17 der 70 von der US-Arzneimittelbehörde FDA neu zugelassenen Medikamente aus der Biotechnologie.

Probleme gibt es trotzdem: Nicht bewältigt aber sind zahlreiche technische, finanzielle und organisatorische Fragen der Branche: Die Biotechnologie hat bisher noch zu keiner drastischen Reduktion der Rate der Rückschläge in der Arzneimittelentwicklung gebracht. Die Produktion von Biotech-Medikamenten ist und bleibt wesentlich komplexer als jene von klassisch-synthetischen Mitteln. Der Aufbau einer einzigen Produktionsstätte dauert bis zur Inbetriebnahme rund fünf Jahre und verschlingt bis zu 1,5 Mrd. Euro. (APA)

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    Die Biotechnologie hat sich als umsatzstarker Industriezweig längst etabliert.

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