Machtkampf bei EADS hält an

12. Juli 2005, 15:21
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Differenzen um Besetzung an Konzernspitze sollen erst nach Luftfahrtsalon in Le Bourget beigelegt werden

Paris - Der Machtkampf zwischen den deutschen und französischen Hauptaktionären im europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS hält an. Während des Luftfahrtsalons in Le Bourget bei Paris, der bis zum kommenden Sonntag dauert, werde es voraussichtlich "keine Entscheidung" geben, sagten Mitarbeiter des Konzerns am Montag.

Der deutsche Ko-Präsident des EADS-Verwaltungsrats, Manfred Bischoff, werde nicht zum Luftfahrtsalon kommen. "Er kann nicht reisen, er ist krank", sagte ein Sprecher Bischoffs. Dagegen werde der französische Ko-Präsident Arnaud Lagardere an dem Branchentreffen teilnehmen.

Pressekonferenz abgesagt

Der EADS-Konzern sagte eine für Dienstag angekündigte Pressekonferenz auf dem Luftfahrtsalon ab. Nach den ursprünglichen Vereinbarungen hätten der bisherige Chef des Flugzeugbauers Airbus, No'l Forgeard, und der Deutsche Thomas Enders gemeinsam schon vor Wochen an die Spitze des EADS-Konzerns treten sollen.

Allerdings wurden sich die Hauptaktionäre nicht über die personellen Nachfolgeentscheidungen einig. Vorerst kann daher Forgeard nicht vom Airbus-Chefposten an die EADS-Spitze rücken, auch der designierte künftige Airbus-Chef Gustav Humbert konnte seine neue Aufgabe noch nicht übernehmen.

Doppelte Spitzenfunktion

Ursprünglich wollte Forgeard alleine an die Spitze des EADS-Konzerns treten. Anschließend wollte der Franzose den Chefsessel bei Airbus nicht räumen. Gegen beides sperrte sich jedoch der DaimlerChrysler-Konzern.

Der deutsche Hauptaktionär hält gut 30 Prozent der EADS-Anteile und damit ebenso viel wie die französische Lagardere-Gruppe und der französische Staat zusammen. (APA)

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