Khartums Sondertribunal nimmt Arbeit auf

24. Juli 2005, 09:32
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Richter soll Gräueltaten in Darfur klären - Gericht soll Verfahren vor Internationalem Strafgericht überflüssig machen

Khartum - Ein von der sudanesischen Regierung eingerichtetes Sondertribunal zur Aufklärung der Gräueltaten in der Krisenregion Darfur hat seine Arbeit aufgenommen. Die amtliche Nachrichtenagentur SUNA berichtete am Sonntag, die ersten Verfahren hätten am Samstag in der entlegenen Region Nyala begonnen. Eine Bestätigung dafür gab es nicht. Eine Auslieferung der Verdächtigen an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag lehnt Khartum ab.

Fünf Angeklagte

Der Vorsitzende des Sondergerichts, Mahmud Mohammed Said Abkam, sagte vor Beginn der Verfahren, am Samstag sollten fünf Angeklagte gehört werden. Einzelheiten nannte er nicht. Es hieß, die Ermittlungen des Tribunals würden sich auf Mord, Körperverletzung, Vergewaltigung, Raub und Beschädigung von Eigentum erstrecken. Der sudanesische Justizminister Ali Mohammed Osman Yassin hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Regierung schütze Kriminelle. Etwa 160 Verdächtige seien bereits identifiziert worden, sagte er.

In Darfur kämpfen arabische Milizen unterstützt von der Regierung gegen Rebellen afrikanischer Stämme. Der Gewalt sowie Krankheiten und Hunger sind bisher schätzungsweise 180.000 Menschen zum Opfer gefallen, rund zwei Millionen befinden sich auf der Flucht. (APA/AP)

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