Wissenschafter nahmen Suchmaschinen unter die Lupe

4. Juli 2005, 11:21
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Ausgerechnet Google patzte mit nicht jugendfreien Inhalten

Medienwissenschafter sind bei einer Untersuchung der gängigen Internet-Suchmaschinen auf Verstöße gegen deren eigene Selbstverpflichtung gestoßen. So seien bei der Eingabe des Begriffs "Teenies" ausgerechnet beim Marktführer Google die ersten Treffer pornografische Websites gewesen, berichtete Professor Marcel Machill von der Universität Leipzig am Donnerstag in Düsseldorf. Ansonsten erfülle Google aber die meisten Kriterien des Verhaltenscodex. Am schlechtesten schnitt bei der Untersuchung Lycos ab.

Schutz

Machill wertete den Umgang mit dem Verhaltenscodex trotz der entdeckten Defizite als vielversprechend. Der Codex der Suchmaschinen-Betreiber soll für mehr Transparenz und Jugendschutz im Internet sorgen. Jugendgefährdende und gesetzeswidrige Inhalte sollen aus den Trefferlisten herausgefiltert werden. Werbung und Suchtreffer sollen eindeutig getrennt und eigene Jugendschutzbeauftragte und Beschwerdemöglichkeiten installiert werden.

Dominant

Der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, Norbert Schneider, sagte, die Dominanz einzelner Suchmaschinen sei brisant. Die Nutzer vertrauten in der Regel bei Recherchen einer Suchmaschine, könnten deren innere Logik aber nicht durchschauen. Angesichts der Bedeutung für die öffentliche Kommunikation müsse diskutiert werden, ob der Gesetzgeber aktiv werden sollte.

Zusammensetzung

Zu den Gründungsmitgliedern der Selbstkontrolle gehören AOL Deutschland, Google, LYCOS Europe (mit den Suchen LYCOS Search, Fireball, Hot Bot und der Newssuche Paperball), MSN Deutschland mit der MSN Suche, t-info, T-Online und Yahoo Deutschland. (APA)

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