Josef Hader über Salzburg

11. Dezember 2005, 18:10
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Mit "Silentium" hatte der österreichische Kabarettist Josef Hader auch in Deutschland großen Erfolg. Jetzt erscheint der Film auf DVD. Grund genug den Protagonisten zum exklusiven Interview mit dem UniStandard zu bitten.

Im Film geht es um Kindesmissbrauch. Hat das Thema aufgrund der letzten Vorfälle rund um St. Pölten an Aktualität gewonnen?
Nein, es ist vielmehr so, dass man aufpassen muss, dass Filme über die katholische Kirche nicht zum Problem werden. "Silentium" ist ein Unterhaltungsfilm, eine Mischung aus Thriller und schwarzer Komödie, solche Filme wollen die Welt nicht verbessern.
Welche Reaktionen erhoffen Sie sich vom Kinopublikum?
Ich erwarte mir, dass sie Spaß haben an dem präsentierten Salzburg-Bild und dass sie es nicht zu ernst nehmen.
Haben Sie noch Kontakt zu kirchlichen Würdenträgern?
Ich kenne den Abt von Melk, der übrigens als einziger Abt Kurt Krenn zum Rücktritt aufgefordert hat.
Welche persönliche Beziehung haben Sie zu Salzburg?
Immer wenn ich Salzburg bin, hab ich das Gefühl, es gibt mehrere Salzburg: Der Kontrast all dieser wunderbaren Schauplätze gefällt mir gut und der kommt auch im Film stark heraus.
Welche positiven oder negativen Erfahrungen haben Sie mit Salzburg gemacht?
Keine, meist bin ich ja nur für eine Woche in der Stadt. In so kurzer Zeit haben schlechte Eindrücke keine Chance.
Sehen Sie Parallelen zwischen dem Film und Salzburg in der Realität?
"Silentium" geht von der Realität aus und übertreibt maßlos. Jeder der den Film sieht und sich aufregt, weil er es für ernste Kritik hält, muss ein schlechtes Bild seiner Stadt haben.
Wie steht Buchautor Wolf Haas zur Filmadaptierung?
Er ist ja beim Drehbuchschreiben dabei und ist auch selbst überzeugt, dass man vom Buch weggehen muss, um im Kino den gleichen Effekt wie im Buch zu erzielen.(pst)
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