Demonstranten ziehen von besetzten Ölfeldern ab

1. Juli 2005, 16:47
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Bevölkerung verlangt Wieder-Verstaatlichung der Energieressourcen

La Paz - Nach wochenlanger Krise und dem Rücktritt von Präsident Carlos Mesa gibt es in Bolivien Anzeichen für eine Entspannung: Demonstranten räumten am Freitag (Ortszeit) sieben besetzte Ölfelder ausländischer Konzerne, wie die betroffenen Firmen mitteilten.

Indianische Ureinwohner hatten am Mittwoch unter anderem die Anlagen des britischen Unternehmens BP und des spanischen Konzerns Repsol rund 900 Kilometer östlich von La Paz besetzt. Sie wollten damit für die Verstaatlichung des bolivianischen Energiesektors demonstrieren. Auch eine Pipeline-Station an der Grenze zu Chile wurde blockiert und die Öllieferungen in den nordchilenischen Hafen Arica gestoppt.

Hintergrund der Krise im ärmsten Land Südamerikas ist ein erbitterter Konflikt um die Rohstoffreserven. Die Gewerkschaften und linksgerichtete Parteien werfen der Regierung vor, internationalen Konzernen die Ausbeutung der reichen Gasvorkommen Boliviens zu ermöglichen, ohne die arme Bevölkerung an den Einnahmen teilhaben zu lassen.

Tausende Demonstranten hatten deshalb in den vergangenen Wochen gegen die Energiepolitik von Präsident Mesa und für die Wiederverstaatlichung des privatisierten Energiesektors protestiert. Nach Mesas Rücktritt wurde der oberste Verfassungsrichter Eduardo Rodriguez am Donnerstag vom Kongress in der Hauptstadt Sucre zum Interims-Staatschef ernannt. (APA)

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    Die Demonstrationen der vergangenen Tage legten auch die Benzinversorgung lahm.

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