Der richtige Boden fürs Wachstum

24. September 2007, 15:03
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GründerInnen sollten weder zu selbstbewusst noch zu ängstlich sein - der Mittelweg führt zum Erfolg

Was macht eineN erfolgreicheN GründerIn aus? So schwierig diese Frage zu beantworten ist, so vielschichtig sind die Aussagen einer Studie zum Thema, die das KMU-Institut der WU Wien im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt hat. Die Analyse brachte einige überraschende Ergebnisse zu Tage: So wachsen Unternehmen, die von unter 30-Jährigen gegründet wurden, laut Studie in den ersten drei Jahren stärker als Betriebe mit über 40-jährigen GründerInnen. Und ein Übermaß an Eigeninitiative kann den Ergebnissen zufolge sogar gefährlich sein.

Die Studie, die Gründungswillige und GründerInnen über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg beobachtet hat, stellt zwei Fragen: Warum werden Unternehmen überhaupt gegründet? Und: Unter welchen Bedingungen führen Gründungen zum Erfolg?

Glaube macht blind

Gescheiterte Gründungen dürften mit einem übersteigenden Maß an Eigeninitiative zusammenhängen, so die StudienautorInnen. Der Glaube, viel in kurzer Zeit und mit hoher Risikoneigung zu erreichen, kann JungunternehmerInnen blind für Probleme machen. Ist dieses Verhalten zudem gepaart mit einem Mangel an Basisfinanzierung, kommt der Misserfolg oft schneller als befürchtet.

Auch das Gegenteil, nämlich Unentschlossenheit und Angst vor dem Risiko, kann Gründungsprojekte scheitern lassen. Gründungen, die sich über mehrere Jahre im Vorbereitungsstadium befinden, verunsichern nicht nur potenzielle KapitalgeberInnen, sondern auch das Gründungsteam selbst, Motivation und der Glaube an den Erfolg des Projekts gehen verloren.

Gründungsprozess straffen

Die Kunst liegt in der Ausgewogenheit: Risiken sollten bewusst eingeschätzt und so weit in Kauf genommen werden, als es dem Unternehmen und seinen Ressourcen zugetraut wird. Die Gründung sollte nicht unter Druck erfolgen, sich aber auch nicht zu stark in die Länge ziehen. So weisen laut Studie Vollerwerbsgründungen eine deutlich höhere Erfolgsträchtigkeit auf als Nebenerwerbsgründungen.

Nicht zu unterschätzen ist der Einfluss der Teamzusammensetzung auf den Gründungserfolg. Als vorteilhaft erweist sich eine Kombination aus Gründungsmitgliedern mit kaufmännischem, technischem und sozialem Know-how. Zudem müssen Informationen über die Branche, die Technik, potenzielle KundInnen und Management an sich nicht nur vorhanden sein, sondern auch systematisch genutzt werden.

Ein interessantes Detail der Studie: Jüngere GründerInnen (unter 30) versprechen ein stärkeres Unternehmenswachstum als ältere (über 40). Das mag damit zusammenhängen, dass jüngere Menschen in anderen Branchen gründen, möglicherweise aber auch mit einer höheren Risikoneigung der jüngeren UnternehmerInnen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit des Unternehmens zeigt sich vom Alter der GründerInnen hingegen unbeeinflusst: Für beide Altersklassen liegt die Überlebensquote drei Jahre nach der Gründung zwischen 72 und 79 Prozent. (mas)

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