Erste Details zum Intel-Umstieg

4. Juli 2005, 14:05
21 Postings

Emulations-Layer "Rosetta" derzeit noch deutlich langsamer als native PPC-Macs - Nicht alle Programme lauffähig - Mac OS 9-Programme werden nicht mehr unterstützt

Der Computerhersteller Apple hat im Rahmen seiner Worldwide Developers Conference erste Details zum Umstieg auf Intel-Prozessoren und vor allem zur Portierung von Software gegeben. Die dabei entstehenden Probleme und technische Hintergründe beschreibt der "Binary Porting Guide".

Detailreich

Aus diesem lassen sich einige interessante Details herauslesen, so kann die Emulationsschicht "Rosetta", die die Ausführung von bestehenden PowerPC-Programmen auf den Intel-Macs ermöglichen soll, nur G3-Rechner nachbilden, die Unterstützung für die Vektorgrafikeinheit Altivec fehlt also. Wenig überraschend, dass mit dem neuen Wechsel auch der Support für Mac OS 9-Programme endgültig der Vergangenheit angehören wird, "Rosetta" kennt keine Classic-Umgebung mehr. Zusätzlich weist das Papier auch darauf hin, dass zwar viele aber nicht alle Programme mit der Technologie zum Laufen gebracht werden können.

Probleme

Entsprechend werden sich frühe UmsteigerInnen wohl auf deutliche Performance-Einbußen bei alten Programmen einstellen müssen, wie ein Bericht von ThinkSecret nahe legt. Laut diesem würden erste Benchmarks zeigen, dass ein Intel-Mac mit 3,6 GHz bei der Benchmark-Suite Xbench – die natürlich noch nicht in einer nativen Version vorlag und deswegen über "Rosetta" lief – lediglich auf Werte zwischen 65 und 70 kommt, deutlich weniger als aktuelle G5-Rechner die mehr als 200 erreichen. Bleibt abzuwarten wieviel zusätzliche Optimierung in diese Richtung noch bringen werden, schließlich hat Steve Jobs ja versprochen, dass auch schnellen Systemen kaum ein Unterschied zu bemerken sein wird.

Lieferant

Mittlerweile ist auch bekannt, woher Apple auf die Schnelle "Rosetta" herbekommen hat: Es handelt sich dabei um eine – von Apple weiterentwickelte – Software der Startup-Firma Transitive. Der Chef der Firma, Bob Wiederhold, verspricht für "Rosetta" jedenfalls wahre Wunderdinge, im Normalfall sollen damit 60 bis 80 Prozent der Originalleistung erreicht werden können. ExpertInnen zweifeln laut c'net diese Behauptung allerdings kräftig an: "Bisher haben immer alle 50-60 Prozent versprochen und 30-40 Prozent geliefert" so Nathan Brookwood von Insight 64. Unklar ist auch ob Apple "Rosetta" auch in die andere Richtung einsetzen wird, also um x86-Anwendungen auf PowerPC-Rechner ausführbar zu machen und so jetzigen Macs ein längeres Leben zu sichern. Die entsprechende Technologie hätte Transitive jedenfalls ebenso im Angebot.

Kein OpenFirmware

Der "Binary Porting Guide" beinhaltet aber zumindest noch eine weitere Überraschung: So sollen die Intel-Macs kein OpenFirmware haben. Bisher war davon ausgegangen worden, dass dieses verwendet werden wird, um zu verhindern, dass Mac OS X auch auf "normalen" x86-Rechnern installiert werden kann.

Umsetzung

Um zu zeigen, dass Umsetzungen auf die neue Plattform kein großes Problem darstellen, haben Apple-EntwicklerInnen während der WWDC bereits das erste externe Programm auf die neue Plattform migriert. Nach verhältnismäßig wenig Änderungen war der Mozilla Firefox bereits auf der neuen Plattform verfügbar. Allerdings sei erwähnt, dass der Firefox als Multi-Plattform-Software, die auf gute Portabilität ausgerichtet ist, natürlich ein vergleichsweise "leichtes" Ziel ist, reine Mac-Programme werden es in vielen Fällen wohl ein bisschen schwerer haben. (apo)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.