Frauen sind die besseren JournalistInnen

13. Juli 2005, 20:50
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Studie der FH für Journalismus: "Idealistischer, wahrheitsliebender"

Wien - Was haben Uschi Fellner, Anneliese Rohrer und Ingrid Thurnher gemeinsam? Die drei prominenten österreichischen Journalistinnen sind idealistischer und wahrheitsliebender als ihre männlichen Kollegen. Behauptet immerhin eine Studie des Studiengangs Journalismus an der Fachhochschule Wien, für die 122 Medienschaffende befragt wurden. Demnach schätzen Journalistinnen medienethische Grundsätze höher als in der Branche arbeitende Männer.

Mehr noch: "Sie setzen sich stärker für die Rechte der Schwachen ein und fühlen sich stärker Publikum und Gesellschaft verpflichtet", meint Meinungsforscher Matthias Karmasin. Männer orientierten sich häufig an der Meinung ihrer Kollegen. Darüber hinaus sehen Journalistinnen immer weniger beruflichen Handlungsspielraum und sind kritischer gegenüber ihren Arbeitgebern. Das behaupten sie laut Studie zumindest von sich selbst.

Kurier-Kolumnistin Rohrer, die an der FH Wien Journalismus unterrichtet, hält dieses Ergebnis "für eine Schutzbehauptung" der Frauen. Noch immer werden Österreichs Tageszeitungen ausschließlich von Chefredakteuren geführt. Die tristen Aussichten auf einen Job ganz oben ließen sie eben idealistischer denken, sagte sie bei der Präsentation der Studie. Frauen seien weniger karrierestrategisch angelegt. "Ein echtes Manko", meint Rohrer. (DER STANDARD, Printausgabe 08.06.2005)

Von Doris Priesching

Buchtipp:
Matthias Karmasin:
Journalismus: Beruf ohne Moral? Von der Berufung zur Profession
Wien 2005
251 Seiten
ISBN 3-85114-886-X
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    In Fragen der Ethik gehen die Vorstellungen der Geschlechter auseinander.
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