Für Mehrheit der Österreicher ist Holocaust keine "Erbschuld"

von Redaktion  |  07. Juni 2005, 12:01

Umfrage: Das "Vergessen" des Zweiten Weltkrieges nimmt weiter zu - Anteil der gut Informierten gesunken

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen (z. B. APA und REUTERS) basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
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Ndugu
07.10.2005 16:01
Mitschuld Nein - aber Bewusstsein der geschehenen Greueltaten, JA!

Ich bin 1966 geboren und fühle mich sicher am Holocaust nicht schuldig. Trotzdem macht es mich tief betroffen, wenn das offizielle Österreich in Gedenkjahren möglichst alles unter den Teppich kehrt, was Österreichs Mitschuld am Holocaust - und daran besteht leider keine Zweifel - betrifft. Das halte ich für äusserst ungesund und kontraproduktiv.
Wir als ÖsterreicherInnen tun gut daran, in Erinnerung zu behalten, dass Rassenhass und Genozid nicht immer nur woanders passiert ist, sondern auch hier, zu Hause, unter Mitwirkung oder Duldung der meisten unserer Vorfahren. Das sollte ein bisschen Demut bewirken, im Sinne von: Keiner ist gefeit; und das schadet auch uns, der Nachkriegsgeneration, nicht.

Mr. Spock
09.09.2005 14:39

hae? erbschuld: was fuer ein unsinn ist das????

ich kann mich nicht fuer etwas schuldig fuehlen was ich nicht getan habe (da noch nicht geboren) ...

pepitant
04.08.2005 11:30
Es ist wie immer:

Ein Versuch, die wenig Besitzenden gegeneinander auszuspielen.
Die Idee ist dabei, von den wirklichen Kriegsgewinnlern abzulenken. Und bisher hat das immer ausgezeichnet funktioniert.
Mit Argumenten wie:
Du fährst ja heute noch auf der Westautobahn, die z. T. von Arbeitern unter sklavenartigen Bedingungen gebaut wurde.
Oder: Deine Wohnung hat mal Juden gehört.
Ob wahr oder nicht, ist gar nicht relevant. Entscheidend ist, dass die Millioneneinstreifer sich auf diese Weise mit dem Kleinbürger auf eine Stufe stellen können, was "profitieren" z. B. aus Arisierungen betrifft. Dadurch sind sie unangreifbar gemacht worden.
"...the poor stay poor, the rich get rich, everybody knows..." ( Cohen )
Es hat sich nichts geändert, oder ?

Bluesman25 
27.06.2005 12:33
Schon die Überschrift

des Artikels ist in Wahrheit eine bodenlose Sauerei.
Weil er impliziert dass es durchaus anders sein sollte/müsste.

tuco
18.06.2005 09:44
man sollte sich einmal

Gedanken über die statistische Signifikanz einer solchen Umfrage machen, bevor man über die Inhalte diskutiert.

Gabriele Wladyka 
10.06.2005 18:28
Wie ist das mit der Erbschuld der Franzosen

wegen Napoleon?

Jürgen Rembremerding
12.06.2005 15:51
Welchen Genozid

soll der begangen haben?

Eris
12.06.2005 16:08

Napoleon hat in ganz Europa und Ägypten Jahrzehnte lang Eroberungsfeldzüge geführt, unter anderem Österreich besetzt und niedergebrannt, Männer sämtlicher eroberter Nationen in seine Armee gezwungen und dort verheizt. Genozid ist das zwar keiner, aber auch nicht gerade ein Ausweis für Rechtmäßigkeit oder Humanität. Napoleon wird, wie viele andere Diktatoren, in seiner Heimat als Held verehrt. Sympathisch ist das nicht.

slow motion
10.06.2005 12:40
Wie kann jemand den Zweiten Weltkrieg vergessen,

der ihn nie erlebt hat ????

Natürlich steigt mit der zeitlichen Entfernung zum Ereignis auch das Unwissen. Und jede neue Nachkriegsgeneration kann sich naturgemäß gar nicht an den zweiten Weltkrieg erinnern.

Aber ich betrachte das als Normalisierungsprozess, der eine Gemeinsamkeit zu anderen europäischen Staaten schafft, die auch nicht permanent über den zweiten Weltkrieg nachdenken.

So gesehen wird Österreich durch das Vergessen, durch die Entfernung zum zweiten Weltkrieg europäischer.

Clandestino
10.09.2005 11:57
um mal klarzustellen

wir reden hier nicht von irgendsoeinem genozid. wir reden von auschwitz, dem holocaust und der furchtbarsten epoche, die diese erde je erlebt hat.
so ein pech nur, dass die jenigen, die das planten und durchführten zu einem überproportional großen teil österreicher waren.
ich rede nicht von erbschuld, sondern von einer moralischen verantwortung für jedermann, der "stolz ist ein österreicher zu sein'", sich an das zu erinnern, was andere, die "stolz waren, deutsche zu sein", verbrochen haben, und zu verhindern, dass so eine scheiße noch einmal passiert. (das war übrigens eine ganz ganz große scheiße)

Der große Mann
10.09.2005 16:04

Was meinen Sie denn mit "irgendsoeinem" Genozid? Gibt es schlimme und auch weniger schlimme Genozide?
Ich meine dass jeder Genozid schrecklichst ist.

Gabriele Wladyka 
11.06.2005 20:24
Wichtiger wäre

den dritten Weltkrieg zu verhindern. Aber es passiert eher das Gegenteil: massive Aufrüstung, auch in Österreich.

Poldi Fesch
12.06.2005 14:31
massive Aufruestung in Aut,

von Davids schleuder zu Pfeil u. Bogen ' Morgen bestzen wir Wyoming!

pepitant
04.08.2005 10:57
Und was mach ma dann damit ?

Mario Coiffure  
09.06.2005 10:38
??

also entweder ist der bericht stark verzerrend, oder wir haben es hier tatsächlich mit einer selten blödsinnigen umfrage zu tun.

Hans-Joachim Fuchs  
08.06.2005 22:52
Von arisiertem Vermögen profitieren viele ÖsterreicherInnen

heute noch.

die naive
09.06.2005 12:20

Dieses Argument wird oft angeführt - möglichweise, wahrscheinlich profitieren noch einige; aber mir ist zB nicht klar, von welcher Arisierung ich und alle, die ich persönlich kenne, angeblich profitieren sollen.

Hans-Joachim Fuchs  
09.06.2005 12:49
Raubgüter waren Jobs,Arztpraxen,Häuser, Wohnungen und Betriebe sowie andere

Werte. Viele haben damals profitiert und selbst die Erben der Profiteure profitieren noch heute.
Es interessiert aber nicht wirklich die Leute, wirkt aber im Unterbewußtsein mit an ihren Einstellungen zur Vergangenheit. Auch Desinteresse ist eine der möglichen Einstellungen dazu.

Bernhard Mayer
10.06.2005 09:32
Bitteschön

wer profitiert nicht zumindest indirekt von irgendeinem Unrecht aus der Vergangenheit?
Profitiert Israel nicht davon, daß man den Arabern nach dem 2. WK das Palästina weggenommen hat? Die Amerikaner, daß man den Indianern das Land gestohlen hat usw. usf... Leugnen ist zwecklos, ebenso ewig langes Herumreiten auf diesem Faktum. Meine Vorfahren mußten auch aus ihren Häusern fliehen - ich käme ja gar nicht auf die Idee, diese Häuser heute zurückzufordern... Was können die Leute dafür, daß sie heute dort leben. Soll ich sie von "meinem" Land verjagen - ich, der es nicht braucht und sie, die vielleicht nichts anderes haben?

die naive
09.06.2005 13:06

Wie gesagt, ich kenne viele Menschen, aber es ist wirklich kein einziger dabei, der oder dessen Eltern wirklich von einer Arisierung profitiert hat.
Meine Mutter wurde damals aus Danzig vertrieben u mußte, wie viele andere, ihre Eigentumswohnung, ihr bisheriges Leben zurücklassen - diese Schicksale interessieren niemanden.

Atom Ameise
09.06.2005 11:20

Und ich sollte deswegen Geld an irgendwen abführen ? Ich bin 30 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geboren - irgendwann sollte mit den Entschädigungszahlungen und Schuldzuweisungen mal aufgehört werden.

Hans-Joachim Fuchs  
09.06.2005 12:55
Die Tatsachen zu respektieren, wäre schon super.

Die Opfer brauchen Freundlichkeit, Bedauern, Mitgefühl. Wenigstens zu diesem positiven Mitgefühl sollten wir fähig sein.

pepitant
04.08.2005 11:55
Passt ins rechte Konzept, Umverteilung nach oben.

Profitiert haben einige, mehrere, von mir aus viele oder auch alle Nazis von den Arisierungen.
Die Entschädigungen zahlen aber alle Steuerzahler, auch die, deren Vorfahren nicht nur nichts davon geraubt und keinen persönlichen Vorteil gezogen haben, sondern oft selber Verfolgte oder Beraubte im Nationalsozialismus waren.
Wenn man bedenkt, wie gering die Entschädigungen ausfallen, heißt das, dass in Wahrheit die Legalisierung der Arisierungen aus der öffentlichen Hand nachfinanziert wird.
Ich bezahle also durch meine Steuern den Vertrag, der den Arisierungsgewinnern Rechtssicherheit beschert. Und die Gewinner waren wie immer die Eliten, oder ?

Poldi Fesch
12.06.2005 14:33
von den Opfern gibts aber,

logischerweise, auch nicht mehr viele.

Atom Ameise
09.06.2005 12:58

Da geb ich ihnen vollkommen recht

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