AG: "Da ist noch nicht aller Tage Abend"

14. März 2007, 09:43
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Ringen um die Gunst der Pädagogischen Akademien: AG-Chef Marx ist zuversichtlich, dass seine Fraktion mit ihrer Hilfe doch noch stärkste Fraktion in der Bundesvertretung werden könnte

An den meisten Unis sind die ÖH-Wahlen geschlagen und an der rot-grünen Mehrheit in der Bundesvertretung wird sich vermutlich nichts mehr ändern. Dennoch gibt sich Christoph Marx, Bundessprecher der VP-nahen Aktionsgemeinschaft (AG) zuversichtlich: "Da ist noch nicht aller Tage Abend. Ich rechne jedenfalls mit zwei zusätzlichen Mandaten", meint er im Gespräch mit derStandard.at/Uni.

15. Juni: Wahl von zwei weiteren Mandaten

Seine Hoffnungen setzt der Studierendenvertreter in die Pädagogischen Akademien (Pädaks): Einerseits hat sich die Vertreterin der steirischen Pädak noch nicht deklariert, welche Fraktion sie unterstützen möchte (derStandard.at/Uni berichtete). Andererseits aber gibt es noch zwei Mandate, die noch nicht gewählt wurden: Die VertreterInnen der Kunstuni Linz sowie der kleineren Pädaks wählen am 15. Juni ihre zwei VertreterInnen in der Bundesvertretung.

Skepsis bei Rot-Grün

Rot-Grün sieht die Lage naturgemäß anders: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pädaks in AG-Hand sind, genauso wenig wie ich glaube, dass sie in VSStÖ- oder GRAS-Hand sind", ist Barbara Blaha, Spitzenkandidatin des Verbands Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ), skeptisch. Ähnliche Zweifel hegt auch Rosa Nentwich-Bouchal von den Grünen und Alternativen Studierenden (GRAS): "Ich erwarte, dass ein Mandat ein linkes sein wird." Aus ihrer Erfahrung wisse sie, dass die VertreterInnen der Pädaks eher kritisch seien: "Deshalb denke ich, dass sie auch in der Bundesvertretung eher eine kritische Stimme wollen."

"Ein Haufen Leute"

Wahlberechtigt bei der Wahl am 15. sind die StudienvertreterInnen der Pädaks sowie die jeweiligen Vorsitzenden und StellvertreterInnen sowie die Univertretung der Kunistuni Linz. "Das sind ein Haufen Leute, man weiß ja auch noch nicht, ob überhaupt alle kommen", so Blaha. Deshalb könne man noch überhaupt nicht abschätzen, wie die Wahlen ausgehen würden. "Aber wir werden uns bemühen, sie zu überzeugen, den VSStÖ zu unterstützen", versichert Blaha.

Nentwich-Bouchal von GRAS für ÖH-Vorsitz nominiert

Die ersten Weichen für künftige Koalitionen wurden bereits dieses Wochenende gestellt: Bei einer Bundesvollversammlung nominierte die GRAS Rosa Nentwich- Bouchal als Kandidatin für den Vorsitz in einer rot-grünen Bundesvertretung, ihre Kollegin Doris Gusenbauer soll den Vorsitz an der Univertretung der Uni Wien übernehmen. Angestrebt werde eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition auf Bundesebene, bekräftigen Nentwich-Bouchal und Blaha, die ersten Gespräche dazu könnten bereits im Laufe dieser Woche stattfinden.

Fast kein Sitz für Spitzenkandidatin

Für eine andere Spitzenkandidatin wäre es beinahe eng geworden: Durch den überraschenden Wahlerfolg der GRAS an der BOKU kann die AG über die "Heimatuni" von Bernadette Gruber (AG) kein direktes Mandat in die Bundesvertretung entsenden. Dank des neuen Wahlrechts aber ist dies kein Problem: "Sie ist auf der Liste des Listenverbandes und es war immer vorgesehen, dass sie in die Bundesvertretung einzieht, denn schon das letzte Mal war es eng an der BOKU."

AG-Marx hofft weiter

Eine ähnliche Sicherheit für die Koalition auf Bundesebene hat Marx zwar nicht, dennoch hofft der AG-Chef weiterhin, dass die rot-grüne Koalition doch nicht zustande kommen könnte. "GRAS, VSStÖ und KSV haben 30 von 62 Mandaten, das ist noch keine Mehrheit. Es bleibt spannend."

Für Nentwich-Bouchal ist dies eine problematische Festlegung: "Wenn die AG weiterhin den Führungsanspruch stellt, dann ist dieses Bekenntnis auch ein Bekenntnis für eine Koalition mit dem RFS (Ring Freiheitlicher Studenten)." Denn weder GRAS noch VSStÖ würden mit der AG koalieren, also müsste sich die AG nicht nur die Unterstützung der Fachschaftslisten (FLÖ) und der Liberalen sichern, sondern auch die des RFS.

Von Sonja Fercher

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    AG-Bundessprecher Marx (hinten links) bleibt zuversichtlich, dass seine Fraktion vielleicht doch noch mandatsstärkste Fraktion in der Bundesvertretung werden könnte.

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