"Zwei glorreiche Halunken": Gut, böse, hässlich

19. Juli 2005, 16:09
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Wenn es einen Film gibt, bei dem der Autor dieses Tagebucheintrags sämtliche Dialoge mitsprechen kann ...

Wenn es einen Film gibt, bei dem der Autor dieses Tagebucheintrags sämtliche Dialoge mitsprechen kann, ist es "Zwei glorreiche Halunken".

Im Original heißt der Film natürlich viel besser: "The Good, The Bad And The Ugly". Wobei sich der Gute (Clint Eastwood) von dem Bösen (Lee Van Cleef) sowie dem Hässlichen (göttlich: Eli Wallach) charakterlich nicht wirklich unterscheidet.

Zugegeben, allzu dialoglastig ist dieser Italowestern von Sergio Leone aus dem Jahr 1966 auch nicht. Doch auf den richtigen Tonfall in Einzeilern wie "Nimm einen Zug, dann kannst du gut kacken" (Eastwood reicht einem gerade etwas rührseligen Wallach eine Zigarre) kommt es an.

Die Geschichte ist einfach, jedoch episch inszeniert: Drei Outlaws versuchen in den Wirren des Sezessionskrieges ein Grab auf einem Friedhof zu finden, in dem die gestohlene Kriegskasse einer Kompanie vergraben sein soll. Das Finale, ein Dreierduell, bei dem vor dem tödlichen Ende des - das verkneifen wir uns jetzt - nur die Sehschlitze der Halunken zu sehen sind, schrieb Filmgeschichte.

Der Rest der Story sind kongenial inszenierte Erzählstränge und Fieslinge, die kriegsversehrten Informanten mit den Worten "Hier, halber Soldat" ihren Judasgroschen zuwerfen. Musikalisch hat dieses fast dreistündige Meisterwerk Ennio Morricone mit einer Jahrhundertmelodie in den Wüstenstaub gesetzt. Ein Traum. (flu/DER STANDARD, Printausgabe, 4./5.6.2005)

Zwei glorreiche Halunken am Samstag, 4. 6. ZDF, 23.00 Uhr.
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