Theater von Frauen aus neun islamischen Ländern

5. Juli 2005, 11:01
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"Theater der Welt" will mit Vorurteilen aufräumen

Stuttgart - Zu Deutschlands größtem internationalen Theaterfestival "Theater der Welt" in Stuttgart sind laut Festivalchefin Marie Zimmermann, die karenzierte Schauspielleiterin der Wiener Festwochen, 22 Frauen aus islamischen Ländern eingeladen, Darstellungs- und Kunstformen etwa aus dem Irak, aus Ägypten und der Türkei vorzustellen. Zu dem Festival werden vom 16. Juni bis 10. Juli mehrere zehntausend Menschen erwartet.

Mit Vorurteil aufräumen

"Im Stammland der Kopftuchdebatte wollen Frauen Kunst aus neun islamisch geprägten Ländern mit dem Vorurteil aufräumen, Theater sei dort verboten", sagte Zimmermann.

Die Schau internationaler Theaterensembles begann in der Nacht zum 16. Juni mit einem mitternächtlichen Chorkonzert der Londoner A-capella-Formation "The Shout". Vor den internationalen Liedern zur guten Nacht soll Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sprechen. Den künstlerischen Redepart übernimmt der international erfolgreiche Regisseur Peter Sellars, der beim "Theater der Welt" 1987 in Stuttgart als Entdeckung gefeiert wurde.

Große Produktionen

Für die Vorführungen der 31 Produktionen und Projekte, darunter sechs Uraufführungen und sieben Deutschland-Premieren, gibt es 60.000 Karten. Für die Produktionen mit 1.200 Mitwirkenden stehen rund 4,5 Millionen Euro bereit - so viel wie noch nie in der 1981 begonnenen Geschichte von "Theater der Welt", das unter Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler steht und alle drei Jahren an einem anderen Ort über die Bühne geht.

In Stuttgart werden an 16 teils ungewöhnlichen Orten wie im Hafen oder auf einem Bahnhof Veranstaltungen unter dem Leitmotiv "Heimweh nach der Zukunft" angeboten. Die KünstlerInnen kommen auch aus Mali, Indien, Russland, Ungarn und Südafrika - und führen ihre Stücke in unterschiedlichen Sprachen auf. (APA)

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