Rot-Grüner Sieg, AG verliert sogar in Hochburgen

29. Oktober 2007, 14:56
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Vorläufiges Ergebnis: VSStÖ 15, GRAS und AG 14 Mandate, FLÖ elf - Patt an AG-Hochburg WU - AG verliert "Heimatuni" von Spitzen­kandidatin Bernadette Gruber - Mit Infografik

Wien - Nach den Wahlen zur Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) wird es voraussichtlich zu keinem Machtwechsel in der Österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) kommen. Die amtierende grün-rote ÖH-Spitze kommt derzeit auf 29 Mandate in der aus 62 Sitzen bestehenden Bundesvertretung. Unter Einrechnung der Pädagogischen Akademien (PädAKs) und der verschiedenen Listenverbände erreicht der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) 15 Mandate, die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) je 14 und die unabhängigen Fachschaftslisten elf Mandate. An den Universitäten allein sind die GRAS knapp stimmen- und mandatsstärkste Fraktion vor der AG geworden.

Das Liberale StudentInnenforum (LSF), der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) und der Ring Freiheitlicher Studenten haben je einen Sitz in der Bundesvertretung errungen. Fünf Mandate sind vorerst nicht zuordenbar: Eine Wahlgemeinschaft aus Vertretern der Kunstuni Linz und der kleineren PädAKS wählen in zwei Wochen noch zwei Vertreter, drei Mandatare an PädAKS bzw.Kunstunis haben sich noch nicht deklariert. Da die FLÖ nach eigenen Angaben aber eher mit grün-rot als mit der AG koalieren wollen, der KSV auch keinen AG-Vorsitz unterstützen und VSStÖ und GRAS wahrscheinlich noch aus der Wahlgemeinschaft zumindest ein Mandat lukrieren werden, ist ein weiterer grün-roter Vorsitz in der Studentenvertretung so gut wie sicher. Eine Mehrheit unter Führung der AG ist hingegen nicht in Sicht. Die Wahlbeteiligung ist leicht von 29,9 auf 30,5 Prozent gestiegen.

Kein Ergebnis von der TU Wien

Kein Ergebnis gibt es von der Universtitätsvertetung der Technischen Universität Wien mehr. Die der Wahlkommission übermittelten Daten stimmten in der Summe nicht überein, an der Wahlkommission der TU Wien war niemand mehr erreichbar. Nach übereinstimmenden Berechnungen von APA und ÖH kann die Diskrepanz im TU-Ergebnis aber keinen Einfluss auf die Mandatsverteilung in der Bundesvertretung haben.

Demnach entfallen von den vier Mandaten, welche von der TU in die Bundesvertretung entsandt werden können, zwei auf die Fachschaftslisten und jeweils eines auf GRAS und VSStÖ.

AG verliert "knappe" Unis

Tendenziell hat die AG "knappe" Unis bisher verloren - so etwa die "Heimatuni" ihrer Spitzenkandidatin Bernadette Gruber, die Universität für Bodenkultur (Boku). Dort setzte sich GRAS-Spitzenfrau Doris Gusenbauer im direkten Duell gegen Gruber durch. Von den fünf von den Akademievertretungen der Pädagogischen Akademien (PädAKs) direkt entsendeten Mandataren haben sich bisher drei zum VSStÖ bekannt und einer zur AG. Die fünfte Mandatarin will sich noch keiner Fraktion zurechnen lassen. Zwei Sitze (Kunst-Uni Linz und die kleineren PädAKs) werden überhaupt erst in einer Sitzung der Uni- bzw. Akademievertreter in zwei Wochen vergeben. Diese könnten zum Zünglein an der Waage werden - genau so wie jene beiden Mandatare von zwei Kunstuniversitäten, die sich ebenfalls keiner Fraktion zurechnen lassen.

Wahlbeteligung unterschiedlich

Die Wahlbeteiligung hat sich bisher unterschiedlich entwickelt: An den meisten Unis wurden zum Teil klare Zuwächse erzielt, einige andere verzeichneten zum Teil starke Einbußen, zum Beispiel an der Uni Wien minus drei Prozentpunkte (auf 26 Prozent).

Rund 210.000 Studenten an den 21 Universitäten waren die letzten drei Tage aufgerufen, ihre Vertretung auf Universitäts- und Studienrichtungsebene neu zu küren. Nach Änderung der Wahlordnung durch die Regierung wurde erstmals die Bundesvertretung (BV), das österreichweite Studentenparlament, nicht mehr direkt gewählt. Stattdessen entsenden die einzelnen Universitätsvertretungen Mandatare in die Bundesvertretung. In dieser gibt es künftig mindestens 58 und höchstens 65 Sitze.

Derzeitige Zusammensetzung

Derzeit setzt sich die BV aus 45 Studentenvertretern zusammen: Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) sowie die VP-nahe AktionsGemeinschaft (AG) haben je 14 Mandate, der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) zehn. Die Fachschaftslisten (FLÖ) kommen auf drei, der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) auf zwei sowie das Liberale StudentInnenforum (LSF) und der Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) auf je einen Sitz. Die Exekutive wird von einer grün-roten Koalition gestellt. (APA/red)

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    Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger und die beiden Grünen Spitzenkandidatinnen Rosa Nentwich-Bouchal (links) und Doris Gusenbauer.

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