Arbeitslosigkeit: Opposition fordert frauenspezifisches Maßnahmenpaket

8. Juli 2005, 13:58
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Frauen hätten Frauenministerin satt, so Stadlbauer - Heinisch-Hosek plädiert für 100 Mio. Euro Arbeitsmarktförderung

Wien - Heftige Kritik an Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) kommt anlässlich der dramatisch hohen Frauenarbeitslosigkeit von der Opposition. "Wo bleibt der seit Wochen angekündigte Frauenarbeitsgipfel?", fragt Nationalratsabgeordnete und Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer (S). Zur Ankündigung des Gipfels habe sich Rauch-Kallat damals auf Druck der SPÖ, Arbeiterkammer (AK), Gewerkschaft und des Frauenrings bemüßigt gefühlt, nachdem das Thema Frauenarbeitslosigkeit beim Arbeitsmarktgipfel am 1. Mai völlig ausgespart wurde. "Kurz munter geworden", habe Rauch-Kallat dann das ihr unangenehme Thema wieder unter den Tisch gekehrt, kritisierte Stadlbauer.

Ausreden Rauch-Kallats

Rauch-Kallat tüftle vermutlich noch an einer neuen "Schummel-Statistik", mit der sie alle Tatsachen zu leugnen hofft. Erst kürzlich habe Rauch-Kallat in einer Anfragebeantwortung zum Thema "Frauenarbeitsstiftung" behauptet, es sei "unseriös von einem dramatischen Ansteigen der Frauenarbeitslosigkeit zu sprechen" und im Jahr 2004 sei es zu einer "leichten Abschwächung eines lang anhaltenden positiven Trends der sinkenden Arbeitslosenquote der Frauen gekommen".

Eine bundesweite Arbeitsstiftung für Frauen erscheine Rauch-Kallat unzweckmäßig, kritisierte Stadlbauer. Jede vorgeschlagene Maßnahme wird unter dem Vorwand verworfen, dass kein Handlungsbedarf sei. Rauch-Kallat schrecke einfach vor keiner noch so billigen Ausrede zurück, um die eigene Untätigkeit zu untermauern. "Die Frauen in Österreich haben diese Frauenministerin satt, und es wird höchste Zeit, dass sie sich mit der ganzen Regierung verabschiedet", betonte Stadlbauer.

Maßnahmenpaket

Konkrete Maßnahmen gegen die hohe Frauenarbeitslosigkeit forderte auch SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. Der dramatische Anstieg von mehr als 5 Prozent auf 104.092 Job suchende Frauen sei als das "Ergebnis der desaströsen Arbeitsmarktpolitik dieser Regierung zu werten. Heinisch-Hosek fordert ein Maßnahmenpaket, dass 100 Mio. Euro für frauenspezifische Arbeitsmarktförderung sowie Wiedereinstiegsmaßnahmen und eine Ausbau-Offensive bei Kinderbetreuungseinrichtungen.

Grüne Kritik

Bei Frauenarbeitslosigkeit sei Handeln und nicht Schönreden gefragt, so Grünen-Frauensprecherin Brigid Weinzinger am Donnerstag. Monatlich steige die Zahl der arbeitslosen Frauen, und Frauenministerin Rauch Kallat sei einzig und allein damit beschäftigt, die Lage zu beschönigen oder sich in Schweigen zu hüllen. Bis heute gebe es keinen Termin für den von Rauch-Kallat versprochenen Frauenarbeitsmarktgipfel, so Weinzinger. Auch Minister Martin Bartenstein (V) scheine sich für die steigende Frauenarbeitslosigkeit herzlich wenig zu interessieren. (APA)

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    Heinrich-Hosek sieht den massiven Anstieg der Arebitslosenrate unter Frauen als Resultat der "desaströsen Arbeitsmarktpolitik" der Regierung.
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