Sprechstunde mit Cremetiegel

6. November 2005, 09:44
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"Doctor's Brands" sind Produkte für die Hautpflege, die an der Grenze zur medizinischen Anwendung angesiedelt sind: ein neuer Trend in der Kosmetik

Genau genommen sind die so genannten "Doctor's Brands" keine neue Erfindung. Kosmetikmarken entwickeln ihre Produkte im Allgemeinen in Zusammenarbeit mit Dermatologen, manche leisten sich eige- ne Forschungslabors, wie etwa Chanel, das seine "Précision"-Hautpflegeserie im 1991 gegründeten Forschungszentrum "C.E.R.I.E.S" (Institut für epidermale und sensorische Forschung) entwickelt.

Neu sind jedoch Kosmetikmarken, die in ihrem Auftritt die enge Zusammenarbeit mit Hautärzten und Uni-Kliniken in den Vordergrund stellen. In den USA sind "Doctor's Brands" mittlerweile ein Renner, man wirbt damit, dass die Produkte durch besondere Wirkstoffe oder hohe Konzentrationen "an der Grenze zur Medizin" angesiedelt sind.

Sowohl bei der Namenswahl als auch bei der Produktgestaltung geben sich die "Doctor's Brands" klinisch-nüchtern, nicht "Beauty" heißt das Thema, sondern professionelle Pflege quasi direkt aus dem Labor oder der Hand des Mediziners.

"Skin Biology Therapy"

Als eine der ersten Marken dieser Art hat sich "SBT" auf dem österreichischen Markt positioniert. "Skin Biology Therapy" lautet die Übersetzung dafür, entwickelt wurde die Pflegelinie von Volker Steinkraus, Gründer des Dermatologikums Hamburg. Das Konzept, so der Professor, "orientiert sich primär an den biologischen Bedürfnissen unserer Haut", die Produkte werden in Zusammenarbeit mit Schweizer Hautpflege-Laboratorien hergestellt. Basis sind möglichst "hautidente" Inhaltsstoffe, die der Haut in Form einer Nährflüssigkeit angeboten werden. Diese so genannte "Cell Culture Phase" wird in Laboratorien normalerweise zur Züchtung von Hautzellkulturen und Hautersatzgewebe verwendet, die Zelle "bedient" sich daraus je nach Bedürfnis. "Weniger ist mehr", lautet das Prinzip, ein gutes Hautpflegeprodukt sollte nur Inhaltsstoffe enthalten, die der Haut wirklich dienen, meint Steinkraus. Daher enthält "SBT" weder Parfum noch Silikon, Sonnenschutz wird in einem Extraprodukt angeboten. Erhältlich ist eine komplette Palette von der Reinigung bis zum Serum.

Exklusiv bei den Topsi-Parfümerien und Kosmetikinstituten gibt es seit Kurzem die Marke "MBR", was als "Medical Beauty Research" gelesen werden darf. Entwickelt wurde sie von Ästhetikmedizinern, Kernkompetenz will man im Bereich der Anti-Aging-Pflege anbieten, höchstmögliche Wirkstoffkonzentration und optimale Hautverträglichkeit sollen die Pflegeresultate optimieren. "MBR" bietet vier Produktlinien, etwa die "BioChange"-Serie, die sich für regenerationsbedürftige Haut eignet und auch als begleitende Intensivpflege vor und nach chirurgischen Eingriffen empfohlen wird. Das Konzept beinhaltet die Kombination von häuslicher Anwendung und Behandlung im Kosmetikinstitut, wo spezielle Methoden und Produkte zur Verfügung stehen. (mw/Der Standard/rondo/03/05/2005)

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SBT
    www.sbt.ch

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    SBT

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