Nichts für Schwächlinge: Nip/Tuck geht in die zweite Saison

19. Juli 2005, 16:08
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Die Abenteuer um den guten, braven Schönheitschirurgen Sean und dessen bösen, schlimmen Kollegen Christian ...

Ein Krampf ist das mit den Desperate Housewives. Je länger die Serie dauert, umso langweiliger wird sie. Sogar Lynette enttäuscht. Sie, die in Folge eins mit einem Faustschlag ins Gesicht ihres Gatten zu beeindrucken wusste, als dieser – Vater ihrer vier Kinder – vorschlug, sich um Verhütung nichts zu scheren: Sogar Lynette sitzt also nur mehr am grasgrünen Fußballfeld und weint sich die Augen aus. Wir mit ihr.

Dass Übergänge nicht unbedingt Krisen auslösen müssen, zeigt hingegen ein anderer TV-Import aus den USA. Nip/Tuck, eine der freudigsten Überraschungen des vergangenen Fernsehjahres, geht in die zweite Saison. Die Abenteuer um den guten, braven Schönheitschirurgen Sean und dessen bösen, schlimmen Kollegen Christian tun seit Anbeginn das scheinheilige Geschwätz über innere Schönheit als esoterischen Schmus ab: für Schwächlinge.

So kann es etwa passieren, dass nach dem Facelifting eine vorher nur als nervig wahrgenommene Schwiegermutter plötzlich um Rat gebeten wird, und siehe da: Einem dermaßen verjüngten Antlitz nimmt man ihn plötzlich ab.

Für solche Wahrheiten müssen Operierte wie Zuschauer auch kräftig leiden: Mit abscheulich tiefen Einblicken in das blutige Handwerk der Skalpellartisten – stets zu fetziger Musik aus der B&O-Anlage. Wenn auch die ersten Folgen (Donnerstag um 20.15, ATV+) nicht hundertprozentig überzeugten – gebrochene Nase, Facelifting, Zitterhand, das war schon spannender –, sehen wir doch zuversichtlich in Richtung OP-Saal. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 2.6.2005)

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    foto: atvplus
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