Ärzte ohne Grenzen on Tour in Österreich

11. Dezember 2005, 21:10
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Unter dem Motto „Break the Silence“ starteten „Ärzte ohne Grenzen“ eine österreichweite Informationskampagne über „vergessene Länder und Katastrophen“. Am 01. Juni machten sie Station in Salzburg.

Von 18. Mai bis 09. Juni touren „Ärzte ohne Grenzen“ durch alle Landeshauptstädte Österreichs. Mit Hilfe einer Ausstellung über ihre Arbeit, der Vorstellung des Jugendwettbewerbs „Break the Silence“ und direkten Gesprächen mit Interessierten, wollen Mitarbeiter von „Ärzte ohne Grenzen“ auf „vergessene Länder“ aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen.

Vergessene Länder

Damit sind die ärmsten Länder der Welt gemeint, welche besonders stark von Katastrophen wie Krankheit, Hungersnot und Krieg betroffen sind. Länder, die in unseren Medien aber kaum thematisiert werden. „Vergessene Katastrophen sind die katastrophalsten“, so ein weiteres Motto der Hilfsorganisation. Eine von ihnen in Auftrag gegebene Untersuchung hatte ergeben, dass viele der weltweit ärmsten Länder, wie zum Beispiel Bangladesch, Malawi oder Ingutschien, in Österreichs Medien und damit auch im österreichischen Bewusstsein kaum präsent sind. Viele Menschen wissen gar nicht, dass diese Länder überhaupt existieren. Indem Jugendlichen bewusst ist, was auf der Welt passiert, können sie zu weltoffenen Menschen heranwachsen, so die Devise.

Kreativ-Wettbewerb „Break the Silence“

Mehr als 1000 Jugendliche aus ganz Österreich folgten dem Aufruf von „Ärzte ohne Grenzen“ und beschäftigen sich seit 2004 im Rahmen eines Kreativwettbewerbs intensiv mit „vergessenen Ländern“. Die Jugend-Aktion „Break the Silence“ soll Jugendliche motivieren, sich über die humanitäre Situation der Menschen in jenen Ländern Gedanken zu machen und eigene Ideen zum Thema öffentlichwirksam darzustellen. „Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind phantastisch“ freut sich Andreas Plöckinger, Fundraising Director von „Ärzte ohne Grenzen“ über den Erfolg der Kampagne. „Wir sind überzeugt davon, dass es mit diesem Projekt gelungen ist, in den Herzen vieler Jugendlicher einen kräftigen Funken zu schüren und sie zu überzeugen, dass Hinschauen und Zuhören schon sehr viel zum Positiven bewegen kann.“

6. Station Salzburg

Am 01. Mai machen „Ärzte ohne Grenzen“ Station in Salzburg. Neben umfassender Information über Einsätze und die Arbeit von „Ärzte ohne Grenzen“, wird auch der Landessieger des Kreativwettbewerbs aus Salzburg gekürt, die HAK Oberndorf. Zentrales Thema ihres Projektes waren die Länder Malawi und die Demokratische Republik Kongo. Mittels einer Benefizveranstaltung in ihrer Heimatgemeinde und einem Radiointerview im Landesstudio Salzburg, machten die SchülerInnen öffentlich auf die Problematik in diesen Ländern aufmerksam. „Die Arbeit der Oberndorfer Schülerinnen ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Engagement und gute Ideen auch mit geringen Mitteln starke Wirkung erzielen können“, lobte Andreas Plöckinger die Arbeit der Projektgruppe. Auch der beste Jung-Reporter-Text wurde in Salzburg ausgezeichnet. Hierbei machte die 17-jährige Schülerin Lisa Jessner aus Lessach das Rennen, die über ihren persönlichen Bezug zu Bangladesch schrieb.

Fortsetzung der Tour

Die nächsten Stationen sind St. Pölten (26. Juni) und Linz (06. Juni). Abschluss der Tour und gleichzeitig Höhepunkt, wird die Podiumsdiskussion am 09. Juni um 16:00 Uhr im Wiener Odeon sein. Vertreter aus Politik, Medien, Wissenschaft und Wirtschaft sowie jugendliche Teilnehmer stellen sich dem Thema: „Vergessene Katastrophen – Österreichs Verantwortung in der Welt“. (SAM/VIAN)

Mehr Information unter: Ärzte ohne Grenzen Alle Beiträge der Salzburg-Seiten von derStandard.at werden von Teilnehmern der Online-Lehrredaktion der Abteilung Journalistik an der Uni Salzburg in eigener Verantwortung erstellt.
  • Am Salzburger Residenzplatz informierten "Ärzten ohne Grenzen" über vergessene Länder und Katastrophen.
    angelika spraider

    Am Salzburger Residenzplatz informierten "Ärzten ohne Grenzen" über vergessene Länder und Katastrophen.

  • Ärzte erzählen von ihrer Arbeit in armen Ländern und der gesammelten Erfahrung.

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