Thomas Kling posthum mit Literaturpreis ausgezeichnet

31. Mai 2005, 15:45
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Düsseldorf - Der Anfang April im Alter von 47 Jahren gestorbene deutsche Lyriker Thomas Kling erhält posthum den mit 15.000 Euro dotierten Literaturpreis der Stadtsparkasse Düsseldorf. Seine literarische Sprache übe einen "immensen Einfluss auf die nachfolgende Generation aus", hieß es im Jury-Urteil.

Klings letzter Gedichtband erschien im März unter dem Titel "Auswertung der Flugdaten". Darin geht es etwa im "Gesang von der Bronchoskopie" um einen voll verkabelten Mann, der langsam durch die Schläuche vergiftet wird - eine poetische Reaktion auf die Erkrankung des Dichters an Lungenkrebs.

Der 1957 in Bingen geborene Autor war Träger des Else-Lasker-Schüler-Preises, der höchstdotierten deutschen Lyrikauszeichnung, sowie Träger des ersten Ernst Jandl-Preises für Lyrik 2001. Kling lebte immer wieder längere Zeit in Wien und fand auch eine besondere Beziehung zur tirolischen bäuerlichen Mundart. "TIROLTYROL 23-teilige landschafts-photographie" heißt ein Zyklus im Auswahlband "brennstabm" (1991 Suhrkamp). 1996 erschien der Gedichtband "morsch", 1997 "Itenerar", ein Essay über historische Sprachvorführungen von Dichtung. (APA/dpa)

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