Hebel in Bewegung setzen

2. Dezember 2005, 15:10
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Mit einem E-Learning-Projekt über die physikalischen Gesetze zum Sieg der 10- bis 14-Jährigen

Wien - "Unsere Seite ist schön übersichtlich geworden - ich glaube, das Layout ist auch ganz gut gelungen", meint Thomas Morgenfurt (14) von der Hauptschule Greifenburg in Kärnten. Er ist beeindruckt, doch auch ein wenig überrascht, dass ausgerechnet sein Projekt E-learning beim Cyberschool-Finale den ersten Platz in der Kategorie Juniors - für zehn bis 14-jährige Schüler - gewonnen hat.

Gemeinsam mit seiner Teamkollegin Alexandra Mandler, ebenfalls 14, erstellte er eine Homepage, auf der gleichaltrige Schüler spielerisch die grundlegenden Gesetze der Physik erlernen können. Schwerpunkt ist bei dieser - thematisch an das aktuelle Jahr der Physik angepassten - Lernpage der Hebel mit den Hebelgesetzen.

Angenehme Physik

"Man soll damit auf eine angenehme Art Physik lernen können", erklärt Alexandra ihre Motivation. Nach einer bunt-bewegten Einführung über die Hebel in der Physik, gilt es Übungsfragen zu beantworten und schließlich auch ein Abschlussquiz zu absolvieren. Neu gewonnene Erkenntnisse werden hier auf die Probe gestellt - dabei soll ein Teilnahmediplom ergattert werden. Anders als in den Kategorien Classics und Technics wurden die Junior-Projekte nicht in den Landesausscheidungen prämiert, sondern direkt von einer fünfköpfigen Jury ermittelt. Einer der Juroren war Martin Latif von derstandard.at, der die Auswahl der Gewinner als eine sehr schwierige Entscheidung empfand: "Meistens war es dann der erste optische Eindruck, der sich auf die Reihung ausgewirkt hat."

Lehrerlos lernen

Etwa 50 Stunden haben Thomas und Alexandra an ihrem Projekt gewerkt, betreut wurden sie von ihrem Informatiklehrer, Reinhold Schoos. Dabei arbeiteten sie mit den Programmen Mediator - ein zu Flash konvertierbares Format - und Powertrainer. Das Positive am E-learning sei, so Schoos, "dass die Schüler lieber am Computer arbeiten und außerdem nicht ständig der Lehrer etwas vorträgt".

Obwohl Thomas und Alexandra nicht in einer Klasse sind, hat es mit der Zusammenarbeit "bestens geklappt", meint Alexandra. "Schließlich sind wir in der selben Leistungsgruppe." Wichtig war beiden von Anfang an, dass die Seite "leicht zu bedienen ist", berichtet Thomas. "Wir wollten, dass alle Schüler ohne jegliche Vorkenntnisse mit der Page zurechtkommen und auch von überall zugreifen können." Online ist das Lernprogramm rund um die Hebelwirkungen schon seit längerem - das Feedback von Mitschülern war, wie Thomas stolz berichtet, "sehr positiv".

Von der "Programmierlust" sind sowohl Thomas als auch Alexandra gepackt - beide wollen nach der Hauptschule "in diese Richtung weitergehen". Worüber sich Alexandra nur wundern kann sind Vorurteile über eine Abneigung von Mädchen gegenüber technischen Unterrichtsfächern und Berufen. "Ich verstehe nicht, dass sich viele Mädchen von Internettechnologien abschrecken lassen." (DER STANDARD-Printausgabe, 31.5.2005 )

  • Damit sich Schüler lustvoll in physikalische Sphären begeben können, entwickelten Alexandra Mandler und Thomas Morgenfurt (beide 14) ihre Lernpage "E-learning". Zentrales Thema: die Wirkung der Hebelgesetze
    foto: standard/fischer

    Damit sich Schüler lustvoll in physikalische Sphären begeben können, entwickelten Alexandra Mandler und Thomas Morgenfurt (beide 14) ihre Lernpage "E-learning". Zentrales Thema: die Wirkung der Hebelgesetze

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