Showdown vor dem Urlaub

31. Mai 2005, 20:47
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Am Mittwoch sehen einander im 71. Cupfinale Rapid und die Austria - Das Double der einen wäre der Totalschaden für die anderen

Wien - Der von Joey Didulica schwer beschädigte Axel Lawaree hat kaum noch Kopfschmerzen, er dreht täglich ein paar Runden, um den Rest des Körpers fit zu halten. Seinem Trainer Josef Hickersberger hat er am Montag via Telefon mitgeteilt, "dass ich und meine gebrochene Nase gut ausschauen". Was sich der aber "nicht wirklich vorstellen kann". Lawaree geht jedenfalls davon aus, am Mittwoch im Cupfinale für Rapid und gegen die Austria zu stürmen. Mit Gesichtsmaske. Hickersberger rechnet kaum damit, die Entscheidung trifft der Arzt.

Am 1. Juni fällt also die letzte Saisonentscheidung im österreichischen Fußball, das Happel-Stadion (20:15) wird gut gefüllt sein, der ÖFB rechnet mit 30.000 Fans. Normalerweise sollte Salzburg der Austragungsort sein, Sponsor Stiegl will diesem Bewerb eine Tradition und fixe Bleibe geben, was kein Honiglecken ist. Sollten beide Teilnehmer aus einer Stadt kommen, so das Regulativ, wird das Endspiel eben dort abgewickelt, im konkreten Fall Wien. Sturm gegen GAK wäre eindeutig Graz.

Stöger optimistisch

Für Meister Rapid geht's ums Double, für die Austria um einen Titel, also um Schadensbegrenzung. Sportchef Peter Stöger ("ich denke, wir gewinnen") hatte gestern übrigens keine Besprechung mit Frank Stronach, die wurde kurzfristig auf heute verschoben. Von Stronach, Stöger würde so etwas nie tun. Man wird darüber reden, welche Kicker noch abgegeben und welche gekauft werden. "Am Tag nach dem Finale wissen alle Bescheid", so Stöger.

Die Austria wird favorisiert, sie kann aus dem Vollen schöpfen. Jene sechs Spieler, die am Wochenende für ihre Nationalteams kicken müssen, dürfen die Partie mitnehmen. Stöger: "Wir haben gute Kontakte zu den Verbänden." Die hat Rapid angeblich auch, bei Peter Hlinka war freilich nichts zu machen. Die Slowakei tritt am Samstag in Portugal zur WM-Qualifikation an.

Rapids Lazarett wächst und wächst indes, am Sonntag erlitt Stefan Kulovits gegen den GAK einen Kreuzbandriss. Die Serie ist unheimlich, genau jene Verletzung erlitten in der jüngeren Vergangenheit Markus Hiden, Thomas Burgstaller, Martin Hiden (beim Team) und Markus Katzer. Hickersberger: "Man macht sich Gedanken, ob im Training irgendwas schief läuft. Aber es sind Unfälle. Leider wurden oft die Falschen geschont."

Die Perfektion

Kapitän Steffen Hofmann, der in zehn Tagen eine Entscheidung über seine Zukunft gefällt haben will, glaubt ans Double. "Es fehlt zur Perfektion. Den Druck hat die Austria, und in einem Spiel kann bekanntlich viel passieren."

Für Hickersberger schaut es so aus: "Sollten wir gewinnen, freuen wir uns und gehen ab Donnerstag auf Urlaub. Sollten wir verlieren, gratulieren wir der Austria und gehen ab Donnerstag auch auf Urlaub." (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 31.05.2005)

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